Skip to main content

Full text of "The Fuhrer Answers Roosevelt"

See other formats


Der Führer antwortet Roosevelt 



Reichstagsrede vom 28. April 1939 



Zentralverlag der NSDAP., F. EherNachf., München 



Alle Rechte vorbehalten! 



Printed in Germany 



Druck: Buchgewerbehaus M. Müller & Sohn, München 



Abgeordnete, Männer des Reichstages! 

Der Präsident der nordamerikanischen Union hat an mich ein Telegramm 
gerichtet, dessen eigenartiger Inhalt Ihnen bekannt ist. Da, ehe ich als 
Empfänger dieses Dokument zu sehen bekam, die andere Welt durch Rundfunk 
und Presse davon bereits Kenntnis erhalten hatte, und wir außerdem aus 
zahllosen Kommentaren demokratischer Weltorgane die freundliche Aufklärung 
erhalten hatten, dass es sich bei diesem Telegramm um ein geschicktes 
taktisches Papier handele, das bestimmt sei, den volksregierten Staaten die 
Verantwortung für die kriegerischen Maßnahmen der Plutokratien aufzubürden, 
habe ich mich entschlossen, den Deutschen Reichstag einberufen zu lassen, um 
damit Ihnen, meine Abgeordneten des Reichstages, die Möglichkeit zu geben, 
meine Antwort als die gewählten Vertreter der deutschen Nation zu allererst 
kennen zu lernen und sie entweder zu bestätigen oder abzulehnen. 
Darüber hinaus aber hielt ich es für zweckmäßig, dem von Herrn Präsidenten 
Roosevelt eingeschlagenen Verfahren treu zu bleiben und von meiner Seite aus 
und mit unseren Mitteln der übrigen Welt Kenntnis von meiner Antwort zu 
geben. 

Ich will diese Gelegenheit aber auch wahrnehmen, um jenen Empfindungen 
Ausdruck zu verleihen, die mich angesichts der gewaltigen geschichtlichen 
Geschehnisse des Monats März dieses Jahres bewegen. 

Meine tiefsten Gefühle kann ich nur in der Form eines demütigen Dankes der 
Vorsehung gegenüber abstatten, die mich berufen hat, und die es mir gelingen 
ließ, als einstiger unbekannter Soldat des Krieges zum Führer meines 
heißgeliebten Volkes emporzusteigen. Sie hat mich die Wege finden lassen, um 
ohne Blutvergießen unser Volk aus seinem tiefsten Elend freizumachen und es 
wieder nach aufwärts zu führen. Sie hat es gestattet, die einzige Aufgabe meines 
Lebens zu erfüllen: Mein deutsches Volk aus seiner Niederlage zu erheben und 
es aus den Fesseln des schandvollsten Diktats aller Zeiten zu lösen. 
Denn dies war das alleinige Ziel meines Handelns. Ich habe seit dem Tag, da ich 
mich dem politischen Leben zuwandte, keinen anderen Gedanken gelebt als den 
der Wiedererringung der Freiheit der deutschen Nation, der Aufrichtung der 
Kraft und Stärke unseres Reiches, der Überwindung der Zersplitterung unseres 
Volkes im Innern, der Beseitigung der Trennung nach außen und seiner 
Sicherung in Bezug auf die Erhaltung seines wirtschaftlichen und politisch 
unabhängigen Lebens. 

Ich habe nur wiederherstellen wollen, was andere einst mit Gewalt zerbrochen 
hatten, wollte nur wiedergutmachen, was satanische Bosheit oder menschliche 
Unvernunft zerstörten oder verdarben. Ich habe daher auch keinen Schritt 
vollzogen, der fremde Rechte verletzte, sondern nur das vor 20 Jahren verletzte 
Recht wiederhergestellt. Im Rahmen des heutigen Großdeutschen Reiches 
befindet sich kein Gebiet, das nicht seit ältesten Zeiten zu ihm gehört hat, mit 
ihm verbunden war oder seiner Souveränität unterstand. Längst, ehe ein 



amerikanischer Kontinent von Weißen entdeckt oder gar besiedelt wurde, hat 
dieses Reich bestanden nicht nur in seiner heutigen Größe, sondern um viele 
seitdem verlorene Gebiete und Provinzen darüber hinaus. 

Als vor 21 Jahren der blutige Krieg sein Ende fand, brannte in Millionen von 
Gehirnen die heiße Hoffnung, dass ein Friede der Vernunft und der 
Gerechtigkeit die von der furchtbaren Geißel des Weltkrieges heimgesuchten 
Völker belohnen und beglücken würde. Ich sage "belohnen"; denn alle diese 
Menschen hatten ihrerseits, ganz gleich wie auch die Feststellung der Historiker 
lauten mögen, keine Schuld an diesem furchtbaren Geschehen. Und wenn es 
auch in einigen Ländern heute noch Politiker gibt, die schon damals als 
verantwortlich genannt werden konnten für dieses grausamste Gemetzel aller 
Zeiten, dann war die große Masse der kämpfenden Soldaten aller Länder und 
Völker höchstens zu bemitleiden, auf keinen Fall aber schuldig. Ich selbst - wie 
Sie wissen - war ein vor dem Kriege politisch nie hervorgetretener Mann, der 
deshalb nur wie Millionen andere als anständiger Bürger und Soldat die ihm 
zukommende Pflicht erfüllte. Ich konnte daher im und nach dem Kriege mit 
reinstem Gewissen für die Freiheit und die Zukunft meines Volkes eintreten. Ich 
kann daher aber auch im Namen der Millionen und Millionen ebenso 
Unschuldigen sprechen, wenn ich erkläre, dass sie alle, die nur in treuester 
Pflichterfüllung für ihre Völker gekämpft hatten, ein Anrecht besaßen auf einen 
Frieden der Vernunft und der Gerechtigkeit, so dass die Menschheit in 
gemeinsamer Arbeit endlich wieder an die Heilung der gemeinsamen Schäden 
herantreten konnte. 

Um diesen Frieden aber wurden diese Millionen betrogen, denn nicht nur die 
Deutschen oder die anderen auf unserer Seite kämpfenden Völker sind durch die 
Friedensverträge geschlagen worden, nein, ihre Wirkung war eine vernichtende 
auch für die Sieger! 

Damals zeigte sich zum ersten Mal das Unglück, dass Männer die Politik 
bestimmten, die im Kriege nicht gekämpft hatten; denn die Soldaten kannten 
keinen Hass, wohl aber jene alten Politiker, die ihr eigenes kostbares Leben 
sorgfältigst vor der Schrecknis des Krieges verschont hatten, aber nunmehr als 
wahnsinnig gewordene Rachegeister über die Menschheit herfielen. Hass, 
Bosheit und Unvernunft waren die intellektuellen Väter des Versailler Diktates. 
Tausendjährige Lebensräume und Staaten wurden willkürlich zerschlagen und 
aufgelöst, seit ewigen Zeiten zueinander gehörige Menschen voneinander 
gerissen, wirtschaftliche Lebensvoraussetzungen missachtet, die Völker aber als 
Sieger und Besiegte in allein berechtigte Herren und rechtlose Knechte 
eingeteilt. Dieses Dokument von Versailles ist zum Glück einer späteren 
Menschheit schwarz auf weiß niedergelegt. Denn ohne das würde man es später 
einst nur als sagenhafte Ausgeburt einer wüsten, verdorbenen Phantasie halten. 
Nahezu 115 Millionen Menschen wurden nicht von den siegreichen Soldaten, 
sondern von wahnsinnigen Politikern in ihrem Selbstbestimmungsrecht 
vergewaltigt, willkürlich aus alten Gemeinschaften gelöst und zu neuen 



Gemeinschaften zusammengeschlossen ohne Rücksicht auf Blut, auf ihr 
Herkommen, auf die Vernunft und auf alle wirtschaftlichen Lebensbedingungen. 
Die Folgen waren entsetzlich. Denn was die Staatsmänner damals auch zu 
zerstören vermochten, eine Tatsache konnten sie nicht beseitigen: diese 
gigantische, in Mitteleuropa lebende Menschenmasse, die, auf beengtem Raum 
zusammengedrängt, überhaupt nur in höchster Intensität der Arbeit und damit 
der Ordnung sich das tägliche Brot sicherstellen kann. 

Was haben aber diese Staatsmänner der so genannten demokratischen Imperien 
von diesen Problemen gewusst? Eine Schar dümmster Ignoranten, die auf die 
Menschheit losgelassen wurde, die in Lebensräumen, in denen fast 140 
Menschen auf dem Quadratkilometer ihr Auskommen finden müssen, eine sich 
in fast 2000 Jahren geschichtlicher Entwicklung gebildete Ordnung einfach 
zerrissen und in eine Unordnung verwandelten, ohne dabei aber die Probleme 
selbst lösen zu können oder auch nur lösen zu wollen, die dem Zusammenleben 
diese Menschen nun einmal gestellt sind und für die sie damals als Diktatoren 
der neuen Weltordnung die Verantwortung übernommen hatten. 
Allerdings, als diese neue Weltordnung sich in ihren Folgen später als eine 
katastrophale herausstellte, da waren die demokratischen Friedensdiktatoren 
amerikanischer und europäischer Herkunft so feige, dass keiner die 
Verantwortung für das Geschehene zu übernehmen wagte. 
Einer schob die Schuld auf den anderen und versuchte, sich damit selbst vor 
dem Urteil der Geschichte zu retten. Die von ihrem Hass und ihrer Unvernunft 
aber misshandelten Menschen waren leider nicht in der Lage, sich dieser 
Rettung ihrer Verderber anschließen zu können. 

Die Stationen des Leides unseres eigenen Volkes aufzuzählen, ist unmöglich. 
Um seinen ganzen kolonialen Besitz beraubt, an allen Barmitteln ausgeplündert 
und damit verarmt, mit so genannten Reparationen erpresst, stürzte unser Volk 
in die düsterste Zeit seines nationalen Unglücks. 

Und wohlgemerkt, das war nicht das nationalsozialistische Deutschland, sondern 
das demokratische Deutschland, das einen Augenblick schwach genug gewesen 
war, den Versprechungen demokratischer Staatsmänner zu trauen! 
Das daraus entstehende Elend, die andauernde Not begann unser Volk politisch 
der Verzweiflung auszuliefern. Die anständigsten und fleißigsten Menschen 
Mitteleuropas glaubten in der restlosen Zerstörung der scheinbar zum Fluch 
gewordenen Ordnung die Möglichkeit eine Erlösung zu sehen. Jüdische 
Parasiten plünderten die Nation auf der einen Seite unbarmherzig aus und 
verhetzten auf der anderen die verelendeten Massen. Indem für diese Rasse das 
Unglück unseres Volkes zum Selbstzweck wurde, gelang es dann, in dem 
entstehenden Heer der Erwerbslosen für die bolschewistische Revolution die 
geeigneten Elemente zu züchten. Der Verfall der politischen Ordnung, die 
Verwirrung der öffentlichen Meinung durch eine unverantwortliche jüdische 
Presse führte zu immer stärkeren Erschütterungen des wirtschaftlichen Lebens 



und damit zur steigenden Not und zu einer erhöhten Empfangsbereitschaft 
bolschewistischer Umsturzgedanken. 

Die Armee der jüdischen Wehrevolution, wie man das Arbeitslosenheer 
bezeichnete, stieg endlich auf fast sieben Millionen. 

Deutschland hatte diese Zustände früher nie gekannt. Im Lebensraum des 
großen Volkes und des zu ihm gehörenden alten habsburgischen Staates war bei 
aller Schwere des Lebenskampfes, bedingt durch die Überbesiedlung des 
Bodens, die Sicherheit des wirtschaftlichen Lebens im Laufe der Zeiten nicht 
gering, sondern im Gegenteil immer größer geworden. Fleiß und Arbeitsamkeit, 
ein ausgeprägter Sparsinn sowie die Liebe zu einer gewissenhaften Ordnung 
haben den Menschen in diesem Lebensraum wohl keine übergroßen Reichtümer 
zu schenken vermocht, sie aber dafür auch vor bitterster Verelendung bewahrt. 
Um so entsetzliche empfanden aber alle diese nunmehr in Versailles 
Verdammten die Folgen des ihnen von den demokratischen Diktatoren 
aufgezwungenen Elendsfriedens. Wir kennen heute die Gründe für diesen 
furchtbaren Ausklang des Weltkrieges. Erstens war es die Gier nach Beute. Was 
im einzelnen menschlichen Leben schon selten von Nutzen ist, glaubte man, ins 
Millionenfache vergrößert, der Menschheit als nützliches Experiment 
vorexerzieren zu können. Man plündere große Völker aus, erpresse ihnen ab, 
was erpresst werden kann, und man wird dann ein eigenes Leben in sorglosem 
Nichtstun feiern können. Das war die Meinung dieser wirtschaftlichen 
Dilettanten. Zu diesem Zweck musste aber auch 

1. die Staaten selbst zerrissen werden. Man musste Deutschland seinen 
kolonialen Besitz rauben, obwohl dieser für die Weltdemokratien gänzlich 
wertlos war, man musste in die wichtigsten Rohstoffgebiete einbrechen und sie - 
wenn nötig - dem eigenen Einfluss unterstellen, und vor allem 

2. man musste verhindern, dass sich die unglücklichen Opfer dieser 
demokratischen Völker- und Menschenmisshandlung jemals würden wieder 
erholen oder gar erheben können. 

So hat man den teuflischen Plan entwickelt, Generationen mit dem Fluch dieser 
Diktate zu beladen. 60, 70 oder 100 Jahre lang sollte Deutschland Beträge 
zahlen, deren praktische Aufbringung vollkommen schleierhaft bleiben musste. 
Die Realisierung solcher gigantischer Beträge war weder gold- oder 
devisenmäßig noch auf dem Wege laufender Produktionsabgaben denkbar, ohne 
dass nicht auch die verblendeten Tributnehmer daran zugrunde gehen mussten. 
Tatsächlich haben diese demokratischen Friedensdiktatoren mit ihrem Versailler 
Wahnsinn die Weltwirtschaft gründlich zerstört. Ihre geistlose Zerreißung von 
Völkern und Staaten führte zur Vernichtung der im Laufe langer Jahrhunderte 
eingespielten wirtschaftlichen Produktions- und Handelsgemeinschaften, 
dadurch zum Zwang autarker Selbständigkeitsbestrebungen und damit wieder 
zur Vernichtung bisheriger allgemeiner Weltwirtschaftsbedingungen. 
Als ich mich vor zwanzig Jahren als 7. Mitglied der damaligen Deutschen 
Arbeiterpartei zu München in das Buch des politischen Lebens eintrug, sah ich 



um mich die Erscheinungen dieses Verfalls überall wirksam werden. Das 
Schlimmste war - wie schon betont - die daraus resultierende vollständige 
Verzweiflung der Masse, das Verschwinden jedes Vertrauens in die menschliche 
Vernunft oder gar Gerechtigkeit bei den Gebildeten, ebenso aber auch das 
brutale Hervortreten der Selbstsucht aller egoistisch veranlagten Kreaturen. 
Inwieweit es mir nun möglich wurde, im Laufe von nunmehr zwanzig Jahren 
aus diesem chaotischen Zerfall wieder eine Nation zu formen und eine neue 
Ordnung herzustellen, gehört schon jetzt der deutschen Geschichte an. 
Was ich heute vor Ihnen als Einleitung aber klarstellen will, ist vor allem die 
Zielsetzung meiner politischen Absichten nach außen und ihre Verwirklichung. 
Zu den schandbarsten Vergewaltigungen des Versailler Diktats gehört für alle 
Zeiten die Zerreißung der deutschen Nation sowie die politische Auflösung des 
Lebensraumes, in den sie nun einmal seit Jahrtausenden gestellt ist. 
Ich habe, meine Abgeordneten, Männer des Reichstages, nie einen Zweifel 
darüber gelassen, dass es an sich in Europa kaum möglich ist, jemals eine 
allseitig befriedigende Übereinstimmung staatlicher und volklicher Grenzen zu 
finden. Die im Laufe der letzten Jahrhunderte allmählich zum Stillstand 
gekommene volkliche Wanderung einerseits und die Bildung großer 
Gemeinwesen andererseits schufen auf diesem Gebiete einen Zustand, der nach 
der einen oder anderen Seite hin von dem Betroffenen fast stets als 
unbefriedigend empfunden werden wird. Allein die Art des allmählichen 
Ausklingens dieser volklichen und staatlichen Formungen ließ im vergangenen 
Jahrhundert für viele die Hoffnung als gerechtfertigt erscheinen, dass am Ende 
zwischen der Respektierung des nationalen Eigenlebens der europäischen 
Völker und der Anerkennung gewordener staatliche Gebilde ein Kompromiss 
gefunden werden würde, der ohne Zerstörung der staatlichen Ordnung in Europa 
und damit der nun einmal in ihr gegebenen wirtschaftlichen Grundlagen 
trotzdem die Erhaltung der Volkskörper ermöglichen würde. 
Diese Hoffnungen hat der Weltkrieg beseitigt. Durch das Versailler 
Friedensdiktat ist weder dem einen noch dem anderen Prinzip Genüge getan 
worden. Es wurde weder das Selbstbestimmungsrecht der Völker beachtet, noch 
wurden die staatlichen oder gar wirtschaftlichen Notwendigkeiten oder 
Bedingungen der europäischen Entwicklung in Rechnung gestellt. Trotzdem 
aber habe ich nie darüber einen Zweifel gelassen - wie schon betont - auch eine 
Revision des Versailler Vertrages irgendwo ihre Grenzen finden würde. Und ich 
habe dies in freimütiger Weise auch immer offen ausgesprochen; und zwar nicht 
aus taktischen Gründen, sondern aus tiefinnerster Überzeugung. 
Ich habe als nationaler Führer des deutschen Volkes keinen Zweifel darüber 
gelassen, dass überall dort, wo die höheren Interessen des europäischen 
Zusammenlebens es erfordern, nationale Interessen im Einzelnen - wenn 
notwendig - auch zurückgestellt werden müssen. Und zwar - wie schon betont - 
nicht aus taktischen Erwägungen, denn ich habe keinen Zweifel darüber 
gelassen, dass es mir mit dieser Auffassung heiliger Ernst ist. Ich habe aus 



diesem Grunde für eine ganze Anzahl von vielleicht strittigen Gebieten 
endgültige Entscheidungen getroffen und sie nicht nur nach außen, sondern auch 
nach innen bekannt gegeben und ihre Respektierung durchgesetzt. 
Ich habe nicht, wie Frankreich im Jahre 1870/71 es tat, die Abtretung Elsass- 
Lothringens als für die Zukunft untragbar bezeichnet, sondern ich habe hier 
einen Unterschied gemacht zwischen dem Saargebiet und den beiden einstigen 
Reichsländern. Und in dieser meiner Einstellung ist weder eine Revision erfolgt, 
noch wird eine Revision erfolgen. Und ich habe diese Einstellung im Innern 
weder publizistisch noch sonst irgendwie ein einziges Mal durchbrechen oder in 
Frage stellen lassen. 

Die Rückkehr des Saargebietes hatte sämtliche territorialen Probleme zwischen 
Frankreich und Deutschland in Europa aus der Welt geschafft. 
Ich habe es allerdings immer als bedauerlich empfunden, dass die französischen 
Staatsmänner diese Haltung als etwas Selbstverständliches betrachteten. So 
liegen die Dinge nun nicht. Ich habe diese Einstellung nicht etwa gepredigt aus 
Angst vor Frankreich. Ich sehe als einstiger Soldat keinerlei Veranlassung für 
eine solche Angst. Außerdem habe ich ja in Bezug auf das Saargebiet keinen 
Zweifel gelassen, dass die Nichtrückgabe dieses Gebietes an Deutschland von 
uns nicht hingenommen werden würde. Nein, ich habe diese Einstellung 
Frankreich gegenüber betätigt als den Ausdruck eine Einsicht in die 
Notwendigkeit, in Europa irgendwie zum Frieden zu kommen und nicht durch 
die Offenhaltung unbegrenzter Forderungen und ewiger Revisionen den Keim 
für eine fortdauernde Unsicherheit oder gar Spannung zu legen. 
Wenn diese Spannung nun trotzdem entstanden ist, dann ist dafür nicht 
Deutschland verantwortlich, sondern es sind jene internationalen Elemente, die 
die Spannung planmäßig herbeiführen, um ihren kapitalistischen Interessen 
dienen zu können. 

Denn ich habe einer ganzen Reihe von Staaten bindende Erklärungen 
abgegeben. Keiner dieser Staaten kann sich beklagen, dass auch nur einmal die 
Andeutung einer Forderung Deutschlands an ihn gerichtet worden wäre, die zu 
dem in Gegensatz stände. Keine der nordischen Staatsmänner z.B. kann es 
behaupten, dass ihm von Seiten der deutschen Reichsregierung oder von Seiten 
der deutschen öffentlichen Meinung jemals ein Ansinnen gestellt wäre, das mit 
der Souveränität oder Integrität dieser Staaten nicht vereinbar gewesen wäre. 
Ich war glücklich darüber, dass eine Anzahl europäischer Staaten diese 
Erklärungen der deutschen Reichsregierung zum Anlass nahmen, um auch 
ihrerseits den Willen zu einer unbedingten Neutralität auszusprechen und zu 
vertiefen. Dies gilt für Holland, Belgien, die Schweiz, Dänemark usw. Ich habe 
Frankreich schon erwähnt. Ich brauche nicht zu erwähnen Italien, mit dem uns 
die tiefste und engste Freundschaft verbindet, oder Ungarn und Jugoslawien, mit 
denen wir als Nachbarn das Glück haben, herzlich befreundet zu sein. Ich habe 
umgekehrt vom ersten Augenblick meiner politischen Tätigkeit an keinen 
Zweifel darüber gelassen, dass es andere Zustände gab, die eine so gemeine und 



grobe Verletzung des Selbstbestimmungsrechtes unseres Volkes darstellen, dass 

wir sie nie akzeptieren und annehmen würden können. 

Es existiert von mir nicht eine Zeile und es gibt keine Rede, in denen ich 

gegenüber den vorher erwähnten Staaten eine andere Haltung angenommen 

hätte als die angegebene. 

Es gibt aber ebenso wenig keine Zeile und keine Rede, in der ich in den anderen 

Fällen etwas anderes ausgedrückt habe, als was ich durch mein praktisches 

Handeln erhärtete. 

1 . Österreich 

Erstens: Österreich! Die älteste Ostmark des deutschen Volkes war einst die 
Schutzmark der deutschen Nation nach dem Südosten des Reiches. Die 
Deutschen in diesem Lande rekrutierten sich aus Siedlern aus allen deutschen 
Stämmen, wenn auch der bajuwarische Stamm den Hauptanteil gestellt haben 
mag. Später wurde diese Ostmark die Hausmacht eines tausendjährigen 
deutschen Kaisertums und Wien damit die Hauptstadt des damaligen Deutschen 
Reiches. Dieses Deutsche Reich ist im Zuge einer allmählichen Auflösung durch 
den korsischen Napoleon endgültig zerschlagen worden, lebte aber dann als 
Deutscher Bund weiter und hat, wenn auch nicht mehr in staatlicher, so doch in 
volklicher ersehnter Einheit den größten Krieg aller Zeiten neuerdings 
gemeinsam gekämpft und gemeinsam erduldet. Ich selbst bin ein Kind dieser 
Ostmark. 

Durch die Versailler Verbrecher wurde nicht nur das Deutsche Reich 
zerschlagen, Österreich aufgelöst, sondern auch den Deutschen verboten, sich zu 
einer Gemeinschaft zu bekennen, der sie über tausend Jahre lang angehört 
hatten. Diesen Zustand zu beseitigen, habe ich stets als meine höchste und 
heiligste Lebensaufgabe angesehen. Diesen Willen zu proklamieren, habe ich 
nie unterlassen. Und ich war zu jeder Stunde entschlossen, diese mich Tag und 
Nacht verfolgenden Gedanken zu verwirklichen. 

Ich hätte mich an meiner Berufung durch die Vorsehung versündigt, wenn ich in 
dem Bestreben, meine Heimat und mein deutsches Volk der Ostmark an das 
Reich und damit zur deutschen Volksgemeinschaft zurückzuführen, zum 
Verräter geworden wäre. 

Ich habe damit aber auch die schandbarste Seite des Versailler Vertrages 
ausgelöscht. Ich habe für siebeneinhalb Millionen Deutsche das 
Selbstbestimmungsrecht wiederhergestellt. Ich habe die demokratische 
Vergewaltigung dieser siebeneinhalb Millionen beseitigt. Ich habe das Verbot, 
über ihr Schicksal abzustimmen, aufgehoben und vor der Geschichte diese 
Abstimmung durchgeführt. Sie hat ein Resultat ergeben, das nicht nur ich 
erwartet habe, sondern das auch die Versailler demokratischen 
Völkervergewaltiger genau vorausgesehen hatten. Denn warum hätten sie sonst 
die Abstimmung über den Anschluss verboten? 

2. Böhmen und Mähen 



Als im Zuge der Völkerwanderung deutsche Stämme aus dem heutigen 
böhmisch-mährischen Raum aus uns unerklärlichen Ursachen weiterzuwandern 
begannen, schob sich in diesen Raum und zwischen die noch zurückbleibenden 
Deutschen ein fremdes, slawisches Volk. Sein Lebensraum wird seitdem vom 
deutschen Volkstum hufeisenförmig umschlossen. Wirtschaftlich ist auf die 
Dauer eine selbständige Existenz dieser Länder außer im Zusammenhang mit 
dem deutschen Volk und seiner Wirtschaft nicht denkbar. Darüber hinaus lebten 
aber in diesem böhmisch-mährischen Raum fast vier Millionen Deutsche. 
Eine besonders seit dem Versailler Diktat unter dem Druck der tschechischen 
Mehrheit einsetzende völkische Vemichtungspolitik, zum Teil aber auch 
wirtschaftliche Bedingungen und die steigende Not führten zu einer 
Auswanderung dieses deutschen Elements, so dass die zurückbleibenden 
Deutschen auf rund 3,7 Millionen absackten. Das Gebiet ist am Rande 
geschlossen deutsch besiedelt, besitzt aber auch im Innern große deutsche 
Sprachinseln. Das tschechische Volk ist seiner Herkunft nach ein uns fremdes. 
Allein in tausendjähriger Gemeinschaft ist seine Kultur im Wesentlichen durch 
den deutschen Einfluss geformt und gebildet worden. Seine Wirtschaft ist das 
Ergebnis der Zugehörigkeit zur großen deutschen Wirtschaft. Die Hauptstadt 
dieses Landes war zeitweise deutsche Kaiserstadt, sie besitzt die älteste deutsche 
Universität. Zahlreiche Dome, Rathäuser, Adels- und Bürgerpaläste sind die 
Zeugen des deutschen kulturellen Einflusses. Das tschechische Volk selbst hat 
sein Verhältnis zum deutschen Volk in Jahrhunderten bald enger, bald loser 
gestaltet. Jede Verengung führte zur Blüte des deutschen und tschechischen 
Volkes, jede Entzweiung zur Katastrophe. 

Die Vorzüge und Werte des deutschen Volkes sind uns bekannt. Allein auch das 
tschechische Volk verdient in seiner Summe geschickte Fähigkeiten, seiner 
Arbeitsamkeit, seinem Fleiß, seiner Liebe zum eigenen Heimatboden und zum 
eigenen Volkstum unsere Achtung. Tatsächlich gab es Zeiträume, in denen diese 
Respektierung der beiderseitigen nationalen Gegebenheiten etwas 
Selbstverständliches war. 

Die demokratischen Friedensmacher von Versailles können für sich das 
Verdienst in Anspruch nehmen, diesem tschechischen Volk die besondere Rolle 
eines gegen Deutschland ansetzbaren Trabanten zugedacht zu haben. 
Sie haben zu diesem Zweck dem in seine tschechischen Volkssubstanz 
überhaupt nicht lebensfähigen Staat willkürlich fremdes Volksgut zugesprochen, 
d.h. also andere Nationalitäten vergewaltigt, um auf solche Weise eine latente 
Bedrohung der deutschen Nation in Mitteleuropa staatlich sicherstellen zu 
können. Denn dieser Staat, dessen so genanntes Staatsvolk in der Minorität war, 
konnte nur durch eine brutale Vergewaltigung der volklichen Majorität erhalten 
werden. Diese Vergewaltigung aber war wieder nur denkbar unter der 
Zubilligung eines Schutzes und einer Hilfe von Seiten der europäischen 
Demokratien. Diese Hilfe aber war selbstverständlich nur dann zu erwarten. 



wenn dieser Staat die ihm anlässlich seiner Geburt zugedachte Rolle getreu zu 
übernehmen und zu spielen bereit war. 

Diese Rolle aber hieß nichts anderes, als die Konsolidierung Mitteleuropas zu 
verhindern, eine Brücke bolschewistischer Aggressivität nach Europa 
darzustellen und vor allem Landsknecht der europäischen Demokratien gegen 
Deutschland zu sein. Alles Weitere ergab sich dann von selbst. 
Je mehr dieser Staat dieser seiner Aufgabe entsprechen wollte, umso größer 
wurde der Widerstand der sich dem widersetzenden nationalen Minoritäten. Je 
größer sich aber dieser Widerstand auswuchs, umso stärker musste die 
Unterdrückung einsetzen. Diese zwangsläufige Versteifung der inneren 
Gegensätze führte wieder zu einer umso größeren Abhängigkeit von den 
demokratischen europäischen Staatsgründern und Wohltätern. Denn: sie allein 
waren ja in der Lage, auf die Dauer die unnatürliche künstliche Existenz dieses 
Gebildes wirtschaftlich aufrechtzuerhalten. 

Primär hatte nun Deutschland im Wesentlichen nur ein Interesse: nämlich diese 
fast vier Millionen Deutschen in diesem Lande aus ihrer unerträglichen Situation 
zu befreien und ihre Rückkehr in ihre Heimat und damit zum tausendjährigen 
Reich zu ermöglichen. 

Dass dieses Problem sofort das gesamte übrige Nationalitätenproblem aufrollte, 
war selbstverständlich. Ebenso aber auch die Tatsache, dass das Abziehen aller 
Nationalitäten den Reststaat um jede Lebensmöglichkeit bringen musste, etwas, 
was den Versailler Staatsgründem ja auch klar war, denn weil sie dieses 
wussten, haben sie ja die Vergewaltigung der anderen Minoritäten beschlossen 
und diese gegen ihren Willen in diese dilettantische Staatskonstruktion 
hineingezwungen . 

Ich habe nun über diese meine Auffassung und Einstellung ebenfalls niemals 
einen Zweifel gelassen. Gewiss, so lange Deutschland selbst ohnmächtig und 
wehrlos war, konnte man die Vergewaltigung von fast vier Millionen Deutschen 
ohne praktischen Widerstand des Reiches eben durchführen. Nur ein politisches 
Kind aber durfte glauben, dass die deutsche Nation für alle ewigen Zeiten im 
Zustande des Jahres 1919 bleiben würde. 

Nur solange die vom Ausland ausgehaltenen internationalen Landesverräter die 
deutsche Staatsführung innehatten, war mit einer geduldigen Hinnahme dieser 
schandbaren Zustände rechnen. Soweit seit dem Sieg des Nationalsozialismus 
diese Landesverräter ihr Domizil dorthin verlegen mussten, woher sie ja auch 
ihre Subsidiengelder bezogen hatten, war die Lösung des Problems nur eine 
Frage der Zeit. Und es handelt sich dabei ausschließlich um eine Frage der 
davon betroffenen Nationalitäten, nicht um eine Frage Westeuropas. Dass sich 
Westeuropa für den in seinem Interesse geschaffenen künstlichen Staat 
interessierte, war ja wohl begreiflich. Dass aber die um diesen Staat liegenden 
Nationalitäten dieses Interesse als für sie maßgeblich ansehen würden, war ein 
vielleicht für manche bedauerlicher Tmgschluss. Insoweit dieses Interesse nun 
auf die finanzielle Fundierung dieses Staatswesens gerichtet war, wäre von 



10 



deutscher Seite nichts einzuwenden gewesen, wenn nicht dieses finanzielle 
Interesse letzten Endes ebenfalls ausschließlich den machtpolitischen Zielen der 
Demokratien unterstellt gewesen wäre. 

Auch die finanzielle Förderung dieses Staates verfolgte nur einen leitenden 
Gedanken: einen militärisch höchstgerüsteten Staat zu schaffen mit der Aufgabe, 
eine in das Reich hineinreichende Bastion zu bilden, die - sei es als 
Ausgangspunkt militärischer Unternehmungen in Verbindung mit westlichen 
Einbrüchen in das Reich oder auch nur als Flugzeugstützpunkt - einen 
unzweifelhaften Wert versprach. Was man von diesem Staat erwartet hatte, geht 
am eindeutigsten aus der Feststellung des französischen Luftfahrtminister Pierre 
Cot hervor, der es ruhig aussprach, dass es die Aufgabe dieses Staates wäre, in 
jedem Konfliktfall Bomberlande- und Abflugplatz zu sein, von dem aus die 
wichtigsten deutschen Industriezentren in wenigen Stunden würde vernichten 
können. 

Es ist selbstverständlich, wenn die deutsche Staatsführung ihrerseits ebenfalls 
den Entschluss fasste, diesen Bomberabflugplatz zu vernichten. Sie hat diesen 
Entschluss nicht gefasst etwa aus Hass gegen das tschechische Volk. Eher im 
Gegenteil, denn im Laufe eines tausendjährigen Zusammenlebens hat es 
zwischen dem deutschen und tschechischen Volk oft jahrhundertelange Perioden 
engster Zusammenarbeit gegeben und dazwischen allerdings nur kurze Perioden 
von Spannungen. 

In solchen Spannungszeiten kann sehr wohl die Leidenschaft der in den 
vordersten Sappen der volklichen Stellung miteinander ringenden Menschen das 
Gerechtigkeitsgefühl verdüstern und dadurch zu einer falschen 
Gesamtbeurteilung führen. Dies ist ein Merkmal in jedem Krieg. Allein in den 
großen Epochen des verständnisvollen Zusammenlebens waren sich die beiden 
Völker noch immer darüber einig, dass sie - beiderseits - einen heiligen 
Anspruch auf die Achtung und Respektierung ihres Volkstums erheben konnten. 
Ich selbst trat aber auch in diesen Jahren des Kampfes dem tschechischen Volk 
nie anders gegenüber denn als Wahrer nicht nur eines einseitigen Volks- und 
Reichsinteresses, sondern auch als Achter des tschechischen Volkes selbst. 
Eines ist sicher: wenn es den demokratischen Geburtshelfern dieses Staates 
gelungen sein würde, ihr letztes Ziel zu erreichen, dann wäre bestimmt nicht das 
Deutsche Reich zugrundegegangen, obwohl wir ebenfalls Verluste erlitten 
haben könnten. Nein: das tschechische Volk würde vermutlich seiner Größe und 
seiner Lage nach viel furchtbarere, ja, wie ich überzeugt bin, katastrophale 
Folgen zu tragen haben. 

Ich bin glücklich, dass es, wenn auch zum Ärger der demokratischen 
Interessenten, gelungen ist, diese mitteleuropäische Katastrophe dank unserer 
eigenen Mäßigung und dank auch der Einsicht des tschechischen Volkes zu 
vermeiden. 

Das, für was die besten und einsichtsvollen Tschechen einst jahrzehntelang 
gekämpft hatten, wird diesem Volk im nationalsozialistischen Deutschen Reich 



11 



von vornherein zugebilligt, nämlich das Recht auf das eigene Volkstum und das 
Recht auf die Pflege dieses Volkstums und das Recht auf das Ausleben dieses 
Volkstums. 

Das nationalsozialistische Deutschland denkt nicht daran, die Rassengrundsätze, 
die unser Stolz sind, jemals zu verleugnen. Sie werden nicht nur dem deutschen, 
sondern auch dem tschechischen Volke zugute kommen. Was wir verlangen, ist 
die Respektierung einer geschichtlichen Notwendigkeit und einer 
wirtschaftlichen Zwangslage, in der wir uns alle befinden. 
Als ich die Lösung dieses Problems am 22. Februar 1938 im Reichstag 
ankündigte, war ich überzeugt, hier einer mitteleuropäischen Notwendigkeit zu 
gehorchen. Noch im März 1938 aber war ich des Glaubens, dass es gelingen 
könnte, auf dem Wege einer langsamen Evolution die Minoritätenfrage in 
diesem Staate zu lösen und früher oder später durch eine vertragliche 
Zusammenarbeit jene gemeinsame Plattform sicherzustellen, die nicht nur 
politisch, sondern vor allem auch wirtschaftlich für unser aller Interesse nützlich 
sein konnte. Erst, als der sich restlos in den Händen seine international- 
demokratischen Finanziers befindliche Herr Benesch das Problem zu einem 
militärischen Auftrieb und eine Welle von Unterdrückung über das Deutschtum 
losließ, zugleich aber durch die bekannte Mobilmachung versuchte, den 
deutschen Staat eine internationale Niederlage zuzufügen und sein Prestige zu 
schädigen, wurde mir klar, dass auf diesem Wege eine Lösung nicht mehr 
gelingen konnte. Denn die damalige Lüge einer deutschen Mobilmachung war ja 
ersichtlich vom Auslande inspiriert und den Tschechen unterbreitet worden, um 
dem Deutschen Reich eine solche Prestigeniederlage beizubringen. 
Ich brauche es nicht noch einmal zu wiederholen, dass Deutschland im Mai des 
vergangenen Jahres keinen Mann mobilisiert hatte, wohl aber, dass wir alle der 
Meinung waren, dass gerade das Schicksal des Herrn Schuschnigg allen anderen 
raten müsste, auf dem Wege einer gerechten Behandlung der nationalen 
Minoritäten eine Verständigung anzubahnen. Ich für meine Person war 
jedenfalls bereit, mit Geduld und, wenn notwendig, auch auf Jahre hin eine 
solche friedliche Entwicklung zu versuchen. 

Allein gerade diese friedliche Lösung war den Hetzern der Demokratien ein 
Dorn im Auge. Sie hassen uns Deutsche und möchten uns am liebsten ausrotten. 
Aber was sind für sie auch schon Tschechen? Ein Mittel zum Zweck! Was 
interessiert sie das Schicksal eines braven Volkes, was kümmert sie das Leben 
von hunderttausend braven Soldaten, die das Opfer ihre Politik werden mussten? 
Diesen westeuropäischen Friedenshetzern kam es nicht darauf an, Frieden zu 
stiften, sondern Blut vergießen zu lassen, damit es ihnen durch dieses 
Blutvergießen gelang, die Völker zu verhetzen und dann noch mehr Blut fließen 
zu lassen. Deshalb wurde die deutsche Mobilmachung erfunden und der Prager 
Öffentlichkeit vorgeschwindelt. Sie sollte der tschechischen Mobilmachung die 
Argumente liefern. Durch sie glaubte man dann vor allem aber auch, die nicht 
mehr zu umgehenden Wahlen im Sudetenland unter den erwünschten 



12 



militärischen Druck setzen zu können. Nach ihrer Meinung gab es dann für 

Deutschland nur zwei Möglichkeiten: 

entweder die Hinnahme dieser tschechischen Mobilisierung und damit das 

Einstecken einer beschämenden Niederlage oder die Auseinandersetzung mit der 

Tschecho-Slowakei, einen blutigen Krieg, und damit vielleicht die Möglichkeit, 

die an diesen Dingen gar nicht interessierten Völker Westeuropas zu 

mobilisieren, sie ebenfalls in den notwendigen Blutrausch zu bringen, um dann 

die Menschheit in eine neue Katastrophe zu tauchen, bei der die einen die Ehre 

besitzen, ihr Leben zu verlieren, und die andern die Annehmlichkeit, in 

Kriegsgeschäften zu machen. 

Sie kennen, meine Abgeordneten, meinen damals sofort gefassten Entschluss: 

Erstens Lösung dieser Frage, und zwar noch im Jahre 1938, spätestens am 2. 

Oktober, 

Zweitens Vorbereitung dieser Lösung mit all jenen Mitteln, die keinen Zweifel 

darüber lassen konnten, dass jeder Versuch eine Einmischung nunmehr von der 

geeinten Kraft der Nation abgewehrt werden würde. 

Ich habe damals den Ausbau unserer Westbefestigungen angeordnet und 

befohlen. Sie war bereits am 25. September 1938 in einem Zustand, der die 

Widerstandskraft der einstigen Siegfriedlinie des Krieges dreißig- oder 

vierzigmal übertraf. Sie ist nunmehr im Wesentlichen fertig gestellt und erhält 

zurzeit die später von mir neu angegebenen Linien vor Aachen und Saarbrücken. 

Auch diese sind bereits in einem hohen Ausmaß verteidigungsfertig. 

In dem Zustand, in dem sich dieses gewaltigste Festungswerk aller Zeiten heute 

befindet, kann die deutsche Nation die beruhigende Überzeugung ihr eigen 

nennen, dass es keine Macht der Welt gelingen wird, diese Front jemals zu 

durchbrechen. 

Nachdem der erste Provokationsversuch durch die tschechische Mobilisation 

noch nicht zum gewünschten Ergebnis führte, begann die zweite Phase, in der 

die Tendenz für diese ausschließlich Mitteleuropa angehende Angelegenheit erst 

recht unverhüllt zutage trat. 

Wenn heute der Schrei in der Welt erhoben wird: "Niemals wieder München!", 

dann ist dies die Bestätigung dafür, dass den Kriegshetzern die friedliche 

Lösung des Problems als das Verderblichste erschien, was jemals geschah. Sie 

bedauern, dass kein Blut geflossen ist. 

Nicht ihr Blut natürlich: denn diese Hetzer stehen ja nicht dort, wo geschossen, 

sondern nur dort, wo verdient wird. Sondern es ist das Blut vieler namenloser 

Soldaten. Es wäre im übrigen aber auch gar nicht notwendig gewesen, dass die 

Konferenz von München stattfand, denn diese Konferenz war nur zustande 

gekommen, weil die erst zum Widerstand um jeden Preis aufgehetzten Staaten 

später, als das Problem so oder so zur Lösung drängte, in eine mehr oder 

weniger anständigen Form versuchen mussten, sich den Rückzug zu 

ermöglichen. Denn ohne München, das heißt ohne die Einmischung dieser 

westeuropäischen Staaten wäre die Lösung des ganzen Problems - wenn es 



13 



überhaupt je zu einer solchen Zuspitzung gekommen sein würde - 

wahrscheinHch spielend leicht möglich gewesen. 

Die Münchener Entscheidung führte nun zu folgendem Ergebnis: 

1. Rückkehr der wesentlichen Teile der deutschen Randbesiedlung in Böhmen 
und Mähren zum Reich, 

2. Offenhaltung der Lösung der übrigen Probleme dieses Staates, d.h. der 
Rückkehr bzw. Ausscheidens der noch vorhandenen ungarischen und 
slowakischen Minoritäten, 

3. blieb noch offen die Frage der Garantie. Die Garantie dieses Staates war, 
soweit es sich um Deutschland und Italien handelte, von vornherein abhängig 
gemacht worden von der Zustimmung aller an diesem Staat angrenzenden 
Interessenten und damit von der tatsächlichen Lösung der diese Interessenten 
berührenden und noch offen gebliebenen Fragen. Folgende Fragen waren offen 
geblieben: 

1 . Rückkehr der magyarischen Teile zu Ungarn, 

2. Rückkehr der polnischen Teile zu Polen, 

3 . Lösung der slowakischen Frage und 

4. Lösung der ukrainischen Frage. 

Wie ihnen bekannt ist, haben nun, nachdem kaum die Verhandlungen zwischen 
Ungarn und der Tschecho- Slowakei begonnen hatten, sowohl die tschechisch- 
slowakischen als auch die ungarischen Unterhändler an Deutschland und an das 
an unserer Seite stehende Italien die Bitte gerichtet, als Schiedsrichter die neue 
Grenzziehung zwischen der Slowakei, der Karpatho-Ukraine und Ungarn 
vorzunehmen. 

Damit haben die Betroffenen selbst von der Möglichkeit - an die vier Mächte zu 
appellieren - keinen Gebrauch gemacht, sondern ausdrücklich Verzicht geleistet, 
d.h. sie abgelehnt. 

Und dies war verständlich. Alle in diesem Lebensraum Wohnenden wollten 
Ruhe und Frieden erhalten. Italien und Deutschland waren bereit, diesem Ruf zu 
folgen. Ein Einspruch gegen diese an sich je schon die Münchner Abmachung 
formell verlassende Abmachung wurde weder von England noch von Frankreich 
erhoben und konnte nicht erhoben werden, denn es wäre ja wahnsinnig gewesen, 
etwa von Paris oder London aus zu protestieren gegen eine Handlung 
Deutschlands oder Italiens, die allein auf Grund des Ansuchens der Betroffenen 
selbst stattfand. 

Der Schiedsspruch von Italien und Deutschland hat - wie in solchen Fällen stets 
- keine Seite restlos befriedigt. Er krankte von vornherein daran, dass er von 
beiden Seiten freiwillig anerkannt werden musste. 

Als daher dieser Schiedsspruch zur Verwirklichung kam, erhoben sich sofort in 
kurzer Zeit nach der Annahme von zwei Staaten heftige Einsprüche. Ungarn 
forderte aus allgemeinen und besonderen Interessen die Karpatho-Ukraine, 
Polen forderte desgleichen eine direkte Verbindung mit Ungarn. Es war klar. 



14 



dass unter solchen Umständen auch der Reststaat dieser einstigen Versailler 
Geburt zum Tode bestimmt war. 

Tatsache war, dass an der Aufrechterhahung des bisherigen Status vielleicht 
überhaupt nur ein einziger Staat interessiert war, nämlich Rumänien, das durch 
seinen berufensten Mund mir persönlich zum Ausdruck brachte, wie erwünscht 
es wäre, über die Ukraine und Slowakei vielleicht einen direkten Weg nach 
Deutschland erhalten zu können. Ich erwähne dies als eine Illustrierung für das 
Gefühl der Bedrohung durch Deutschland, unter der die rumänische Regierung 
nach der Auffassung amerikanischer Hellseher gelitten hat. Es war aber nun 
klar, dass es nicht die Aufgabe Deutschlands sein konnte, sich auf die Dauer 
einer Entwicklung zu widersetzen oder gar für einen Zustand zu kämpfen, für 
den wir niemals die Verantwortung hätten übernehmen können. 
Es kam daher jener Augenblick, in dem ich mich namens der Reichsregierung 
entschloss zu erklären, dass wir nicht daran dächten, uns länger mit dem Odium 
zu belasten, um etwa eine deutsche Vormarschstraße nach Rumänien offen zu 
halten, dem gemeinsamen Grenzwunsch der Polen und Ungarn zu 
widersprechen. Da außerdem die tschechische Regierung zu ihren alten 
Methoden zurückkehrte und auch die Slowakei ihre Selbständigkeitswünsche 
offenbarte, war von einer weiteren Erhaltung des Staates keine Rede mehr. 
Die Versailler Konstruktion der Tschecho- Slowakei hat sich selbst überlebt. Sie 
verfiel der Auflösung, nicht weil Deutschland dies wollte, sondern weil man am 
Konferenztisch auf die Dauer nicht künstlich lebensunfähige Staaten 
konstruieren und aufrechterhalten kann. 

Deutschland hat daher auch auf eine wenige Tage vor der Auflösung dieses 
Staates von England und Frankreich eingegangene Anfrage über eine Garantie 
diese abgelehnt, denn es fehlten ja alle seinerzeit in München dafür 
vorgesehenen Voraussetzungen. Im Gegenteil, als sich endlich die deutsche 
Reichsregierung - nachdem das ganze Gebilde in Auflösung begriffen war und 
sich auch schon praktisch aufgelöst hatte - entschloss, nunmehr ihrerseits 
ebenfalls einzugreifen, geschah dies nur im Vollzug einer selbstverständlichen 
Pflicht; denn folgendes ist noch zu bemerken: 

Die deutsche Reichsregierung hat bereits beim ersten Antrittsbesuch des 
tschechischen Außenministers Chvalkovsky in München ihre Auffassung über 
die Zukunft der Tschecho- Slowakei klar zum Ausdruck gebracht. Ich selbst 
habe damals dem Herrn Minister Chvalkovsky versichert, dass wir unter der 
Voraussetzung eine loyalen Behandlung der in der Tschechei verbliebenen 
großen deutschen Minderheit und in der Voraussetzung einer Beruhigung des 
ganzen Staates eine loyale Haltung Deutschlands sicherstellen würden und von 
uns aus diesem Staat keinerlei Hindemisse bereiten wollten. 
Ich habe aber auch keinen Zweifel darüber gelassen, dass, wenn die Tschechei 
irgendwelche Schritte unternehmen würde im Sinne der politischen Tendenzen 
des abgetretenen Herrn Dr. Benesch, Deutschland eine Entwicklung in dieser 
Richtung nicht hinnehmen, sondern schon im Keime auslöschen würde. Ich wies 



15 



damals auch darauf hin, dass die Aufrechterhahung eines so gewahigen 
mihtärischen Arsenals in Mitteleuropa ohne Sinn und Zweck nur als 
Gefahrenherd angesehen werden müsste. 

Wie richtig diese meine Warnung war, wurde durch die spätere Entwicklung 
erwiesen. Durch eine fortgesetzte sich steigernde Flüsterpropaganda sowohl als 
durch ein allmähliches Abgleiten tschechische Zeitungen in die frühere 
Schreibart musste auch dem Einfältigsten klar werden, dass in kurzer Zeit die 
alten Zustände wieder vorhanden sein würden. Die Gefahr einer militärischen 
Auseinandersetzung war umso größer dann, als ja immer damit gerechnet 
werden musste, dass sich irgendwelche Wahnsinnigen der aufgestapelten 
ungeheuren Kriegsmaterialien bemächtigen konnten. 

Dies barg in sich die Gefahr von Explosionen unabsehbaren Umfanges. Ich kann 
nicht umhin, zum Beweis dessen, Ihnen, meine Abgeordneten, einen Einblick zu 
geben in die geradezu gigantisch anmutenden Zahlen dieses mitteleuropäischen 
internationalen Sprengstofflagers. 
Seit der Besetzung dieses Gebietes wurden beschlagnahmt und sichergestellt: 

a) Luftwaffe: 1. Flugzeuge 1582, 2. Flakgeschütze 501. 

b) Heer: 1. Geschütze (leichte und schwere) 2175, 2. Minenwerfer 785, 3. 
Panzerkampfwagen 469, 4. Maschinengewehre 43 876, 5. Pistolen 114 000, 6. 
Gewehre 1 090 000. 

c) Munition: 1., Infanteriemunition über 1 000 000 000 Schuss, 2. Artillerie- und 
Gasmunition über 3 000 000 Schuss. 

d) Sonstiges Kriegsgerät aller Art, wie Brückengerät, Horchgerät, 
Scheinwerfergerät, Messgerät, Kraftfahrzeuge und Sonderkraftfahrzeuge in 
größten Mengen! 

Ich glaube, es ist ein Glück für Millionen und aber Millionen von Menschen, 
dass es mir gelungen ist, dank der in letzter Minute wirksam werdenden Einsicht 
verantwortlicher Männer auf der anderen Seite eine solche Explosion verhindert 
und eine Lösung gefunden zu haben, die meiner Überzeugung nach dieses 
Problem als einen mitteleuropäischen Gefahrenherd endgültig aus der Welt 
schafft. 

Die Behauptung, dass nun diese Lösung im Gegensatz zur Abmachung von 
München stünde, kann durch gar nichts begründet oder erhärtet werden. Die 
Münchner Lösung konnte unter keinen Umständen als eine endgültige gelten, 
denn sie hat ja selbst zugegeben, dass weitere Probleme noch der Lösung 
bedürfen und gelöst werden sollten. Dass sich nun die Betroffenen - und dies ist 
entscheidend - nicht an die vier Mächte gewandt haben, sondern nur an Italien 
und Deutschland, kann wirklich nicht uns vorgeworfen werden. Ebenso wenig 
auch, dass der Staat endlich als solcher von selbst zerfallen war und damit eine 
Tschecho-Slowakei nicht mehr existierte. Dass aber, nachdem das 
ethnographische Prinzip schon längst außer Kraft gesetzt worden war, nunmehr 
auch Deutschland seine immerhin tausendjährigen Interessen, die nicht nur 



16 



politischer, sondern auch wirtschaftiicher Art sind, in seine Obhut nahm, ist 

wohl selbstverständlich. 

Ob diese Lösung, die Deutschland gefunden hat, richtig ist oder nicht richtig ist, 

wird die Zukunft erweisen. Sicher aber ist das eine, dass die Lösung nicht einer 

englischen Kontrolle oder englischer Kritik untersteht. 

Denn die Länder Böhmen und Mähren haben als letztes Restgebiet der 

ehemaligen Tschecho- Slowakei mit der Münchner Abmachung überhaupt nichts 

mehr zu tun. So wenig, als etwa englische Maßnahmen, sagen wir in Irland, 

mögen sie richtig oder falsch sei, einer deutschen Kontrolle oder Kritik 

unterstellt sind, so wenig ist dies bei diesen alten deutschen Kurfürstentümern 

der Fall. 

Wie man aber die in München zwischen Herrn Chamberlain und mir persönlich 

betätigte Abmachung auf diesen Fall beziehen kann, ist mir gänzlich 

unverständlich; denn dieser Fall der Tschecho-Slowakei war ja in dem 

Münchner Protokoll der vier Mächte geregelt worden, soweit er eben damals 

geregelt werden konnte. Darüber hinaus war nur vorgesehen, dass, wenn die 

Beteiligten nicht zu einer Einigung kommen würden, die sich an die vier Mächte 

würden wenden können. Und diese wollten dann nach drei Monaten zu einer 

weiteren Beratung zusammentreten. 

Nun haben aber die Beteiligten sich überhaupt nicht mehr an die vier Mächte 

gewandt, sondern nur an Deutschland und Italien. Wie sehr diese dazu doch 

letzten Endes berechtigt waren, geht daraus hervor, dass weder England noch 

Frankreich dagegen Einspruch erhoben haben, sondern den von Deutschland 

und Italien gefällten Schiedsspruch ohne weiteres auch selbst akzeptierten. 

Nein, die Abmachung, die zwischen Herrn Chamberlain und mir getroffen 

wurde, hat sich nicht auf dieses Problem bezogen, sondern ausschließlich auf 

Fragen, die das Zusammenleben Englands und Deutschlands betreffen. Das geht 

auch eindeutig hervor aus der Feststellung, dass solche Fragen im Sinne des 

Münchner Abkommens und des deutsch-englischen Flottenvertrages in Zukunft 

also freundlich behandelt werden sollten, und zwar auf dem Wege der 

Konsultiemng. 

Wenn sich aber dieses Abkommen auf jede künftige deutsche Betätigung 

politischer Art bezogen haben würde, dann dürfte auch England keinen Schritt 

mehr unternehmen, sei es zum Beispiel in Palästina oder woanders, ohne sich 

mit Deutschland erst zu konsultieren. 

Es ist selbstverständlich, dass wir dies nicht erwarten, ebenso aber lehnen wir 

jede ähnliche Erwartung, die an uns gestellt wird, ab. Wenn nun Herr 

Chamberlain daraus folgert, dass die Münchner Abmachung damit hinfällig sei, 

weil sie von uns gebrochen worden wäre, so nehme ich nunmehr diese 

Auffassung zur Kenntnis und ziehe daraus die Konsequenzen. 

Ich habe während meiner ganzen politischen Tätigkeit immer den Gedanken der 

Herstellung einer engen deutsch-englischen Freundschaft und Zusammenarbeit 

vertreten. Ich fand in meiner Bewegung ungezählte gleichgesinnte Menschen. 



17 



Vielleicht schlössen sie sich mir auch wegen dieser meiner Einstellung an. 
Dieser Wunsch nach einer deutsch-englischen Freundschaft und 
Zusammenarbeit deckt sich nicht nur mit meinen Gefühlen, die sich aus der 
Herkunft unserer beiden Völker ergeben, sondern auch mit meiner Ansicht in 
die im Interesse der ganzen Menschheit liegende Wichtigkeit der Existenz des 
britischen Weltreiches. Ich habe niemals einen Zweifel darüber gelassen, dass 
ich im Bestände dieses Reiches einen unschätzbaren Wertfaktor für die ganze 
menschliche Kultur und Wirtschaft sehe. 

Wie immer auch Großbritannien seine kolonialen Gebiete erworben hat - ich 
weiß, es geschah dies alles durch Gewalt, und sehr oft durch brutalste Gewalt -, 
so bin ich mir doch darüber im klaren, dass kein anderes Reich auf anderem 
Wege bisher entstanden ist und dass letzten Endes vor der Weltgeschichte 
weniger die Methode als der Erfolg gewertet wird, und zwar nicht im Sinne des 
Erfolges der Methode, sondern des allgemeinen Nutzens, der aus einer solchen 
Methode entsteht. 

Das angelsächsische Volk hat nun ohne Zweifel unermessliche kolonisatorische 
Arbeit auf dieser Welt vollbracht. Dieser Arbeit gehört meine aufrichtige 
Bewunderung. Der Gedanke an seine Zerstörung dieser Arbeit erschien und 
erscheint mir von einem höheren menschlichen Standpunkt aus nur als ein 
Ausfluss menschlichen Herostratentums. Allein dieser mein aufrichtiger Respekt 
vor dieser Leistung bedeutet nicht einen Verzicht auf die Sicherung des Lebens 
meines eigenen Volkes. Ich halte es für unmöglich, eine dauernde Freundschaft 
zwischen dem deutschen und dem angelsächsischen Volk herzustellen, wenn 
nicht auch auf der anderen Seite die Erkenntnis vorhanden ist, dass es nicht nur 
die Erhaltung des britischen Weltreichs für die britischen Männer Lebensinhalt 
und Lebenszweck ist, sondern für die deutschen Männer die Freiheit und 
Erhaltung des Deutschen Reiches! Eine wirklich dauernde Freundschaft 
zwischen beiden Nationen ist nur denkbar unter der Voraussetzung der 
gegenseitigen Respektierung. 

Das englische Volk beherrscht ein großes Weltreich. Es hat dieses Weltreich 
gebildet in einer Zeit der Erschlaffung des deutschen Volkes. Vor dem war 
Deutschland ein großes Weltreich. Es beherrschte einst das Abendland. In 
blutigen Kämpfen und religiösen Streitigkeiten sowie aus den Gründen einer 
inneren staatlichen Aufsplittemng ist dieses Reich an Macht und Größe gefallen 
und endlich in tiefen Schlaf versunken. Allein als dieses alte Reich sein Ende zu 
nehmen schien, da wuchs bereits der Keim zu seiner Wiedergeburt. Aus 
Brandenburg und Preußen entstand ein neues Deutschland, das Zweite Reich, 
und aus ihm wurde nunmehr endlich das deutsche Volksreich. 
Es möchten nun alle Engländer begreifen, dass wir nicht im Geringsten das 
Gefühl einer Inferiorität den Briten gegenüber besitzen. Dazu ist unsere 
geschichtliche Vergangenheit zu gewaltig! 

England hat der Welt viele große Männer geschenkt, Deutschland nicht weniger. 
Der schwere Kampf um die Lebensbehauptung unseres Volkes hat im Laufe von 



18 



drei Jahrhunderten nur in der Verteidigung des Reiches von uns Blutopfer 

gefordert, die weit darüber hinausgingen, was andere Völker für ihre Existenz zu 

bringen hatten. Wenn Deutschland als ewig angegriffene Staat dabei trotzdem 

seinen Besitzstand nicht zu wahren vermochte, dann nur infolge seiner 

staatlichen Fehlentwicklung und der daraus bedingten Ohnmacht! 

Dieser Zustand ist nun überwunden. Wir haben daher als Deutsche nicht im 

Geringsten die Empfindung, dem britischen Volk etwa unterlegen zu sein. Die 

Achtung vor uns selbst ist genau so groß wie die eines Engländers vor England. 

Die Geschichte unseres Volkes hat in ihrer nunmehr fast zweitausendjährigen 

Dauer Anlässe und Taten genug, um uns mit einem aufrichtigen Stolz zu 

erfüllen. 

Wenn nun England für diese unsere Einstellung kein Verständnis aufbringt, 

sondern in Deutschland glaubt vielleicht einen Vasallenstaat erblicken zu 

können, dann ist allerdings unsere Liebe und unsere Freundschaft an England 

umsonst dargeboten worden. Wir werden deshalb nicht verzweifeln und 

verzagen, sondern wir werden dann - gestützt auf das Bewusstsein unserer 

eigenen Kraft und auf die Kraft unserer Freunde - die Wege finden, die unsere 

Unabhängigkeit sicherstellen und unserer Würde keinen Abbruch tun. 

Ich habe die Erklärung des britischen Premierministers vernommen, nach der er 

meint, in Versicherungen Deutschlands kein Vertrauen setzen zu können. Ich 

halte unter diesen Umständen es für selbstverständlich, dass wir weder ihm noch 

dem englischen Volk weiterhin eine Lage zumuten wollen, die nur unter 

Vertrauen denkbar ist. 

Als Deutschland nationalsozialistisch wurde und damit seine 

Wiederauferstehung einleitete, habe ich in Verfolg meiner unentwegten 

Freundschaftspolitik England gegenüber von mir aus selbst den Vorschlag einer 

freiwilligen Begrenzung der deutschen Seerüstung gemacht. 

Diese Begrenzung setzte allerdings voraus, nämlich den Willen und die 

Überzeugung, dass zwischen England und Deutschland niemals mehr ein Krieg 

möglich sein würde. Diesen Willen und die Überzeugung besitze ich auch heute 

noch. 

Ich muss aber nunmehr feststellen, dass die Politik Englands inoffiziell und 

offiziell keinen Zweifel darüber läßt, dass man in London diese Überzeugung 

nicht mehr teilt, sondern im Gegenteil der Meinung ist, dass, ganz gleich, in 

welchem Konflikt Deutschland einmal verwickelt werden würde, 

Großbritannien stets gegen Deutschland Stellung nehmen müsste. 

Man sieht also dort den Krieg gegen Deutschland als etwas Selbstverständliches 

an. Ich bedauere dies tief, denn die einzige Forderung, die ich an England stelle 

und immer stellen werde, ist die nach Rückgabe unserer Kolonien. 

Ich ließ aber keine Unklarheit darüber, dass dies niemals der Grund für eine 

kriegerische Auseinandersetzung sein würde. Ich war immer des Glaubens, dass 

England, für das diese Kolonien keinen Wert haben, einmal Verständnis für die 

deutsche Lage aufbringen würde und die deutsche Freundschaft dann höher 



19 



bewerten müsste als Objekte, die keinerlei realen Nutzen für England abwerfen, 
während sie für Deutschland lebenswichtig sind. 

Ich habe aber, davon abgesehen, nie eine Forderung gestellt, die irgendwie 
britisches Interesse berührt haben würde oder die dem Weltreich hätte gefährlich 
werden können und mithin für England irgendeinen Schaden bedeutet haben 
könnte. Ich habe mich immer nur im Rahmen jener Forderungen bewegt, die auf 
das engste mit dem deutschen Lebensraum und mit dem ewigen Besitz der 
deutschen Nation zusammenhängen. Wenn nun England heute in der Publizistik 
und offiziell die Auffassung vertritt, dass man gegen Deutschland unter allen 
Umständen auftreten müsste und dies durch die uns bekannte Politik der 
Einkreisung bestätigt, dann ist damit die Voraussetzung für den Flottenvertrag 
beseitigt. 

Ich habe mich daher entschlossen, dies der britischen Regierung mit dem 
heutigen Tag mitzuteilen. Es handelt sich dabei für uns nicht um eine materielle 
Angelegenheit - denn ich hoffe noch immer, dass wir ein Wettrüsten mit 
England vermeiden können -, sondern um einen Akt der Selbstachtung. Sollte 
die britische Regierung aber Wert darauf legen, mit Deutschland über dieses 
Problem noch einmal in Verhandlungen einzutreten, dann würde sich niemand 
glücklicher schätzen als ich, um vielleicht doch noch zu einer klaren und 
eindeutigen Verständigung kommen zu können. Im Übrigen kenne ich mein 
Volk - und ich baue darauf. Wir wollen nichts, was uns nicht einst gehört hat, 
kein Staat wird von uns in seinem Eigentum jemals beraubt werden, allein jeder, 
der Deutschland glaubt angreifen zu können, wird eine Macht und einen 
Widerstand vorfinden, gegenüber denen die des Jahres 1914 unbedeutend 
waren. 

Ich möchte im Zusammenhang damit auch gleich jene Angelegenheit 
besprechen, die von denselben Kreisen, die einst die Mobilisierung der 
Tschecho-Slowakei veranlassten, als Ausgangspunkt der neuen Kampagne 
gegen das Reich gewählt wurde. 

Ich habe schon eingangs meiner Rede Ihnen, meine Abgeordneten, versichert, 
dass ich niemals, sei es im Falle Österreich oder sei es im Falle Tschecho- 
slowakei, in meinem politischen Leben eine andere Haltung eingenommen 
habe, als sie sich mit den nunmehr vollzogenen Ereignissen vereinbaren ließ. Ich 
habe daher auch dem Problem des Memeldeutschtums gegenüber stets darauf 
hingewiesen, dass diese Frage, wenn sie nicht von Litauen selbst in einer 
vornehmen und großzügigen Weise ihre Lösung finden würde, eines Tages 
Deutschland auf den Platz rufen müsste. 

Sie wissen, dass das Memelgebiet einst durch das Diktat von Versailles 
ebenfalls gänzlich willkürlich vom Deutschen Reich gerissen wurde, und dass 
endlich im Jahre 1923, also schon inmitten des tiefsten Friedens, dieses Gebiet 
von Litauen besetzt und damit mehr oder weniger beschlagnahmt worden war. 
Das Schicksal der Deutschen ist dort seitdem ein wahres Martyrium gewesen. 



20 



Es ist mir nun im Zuge der Rückgliederung Böhmen und Mährens in den 
Rahmen des Deutschen Reichs auch möghch geworden, eine Abmachung mit 
der Htauischen Regierung zu finden, die die Rückkehr dieses Gebietes ebenfalls 
ohne jeden Gewaltakt und ohne Blutvergießen nach Deutschland gestattet. Auch 
hier habe ich nicht eine Quadratmeile mehr verlangt, als wir vorher besaßen und 
uns geraubt worden war. 

Das heißt also, es ist nur das Gebiet, das die wahnsinnigen Friedensdiktatoren 
von Versailles von uns gerissen hatten, wieder zum Deutschen Reich 
zurückgekehrt. Für das Verhältnis Deutschlands zu Litauen wird aber die 
Lösung - dessen bin ich überzeugt - nur vorteilhaft sein. 

Denn Deutschland hat - dies wurde ja durch unser Verhalten bewiesen - 
nunmehr kein anderes Interesse, als auch mit diesem Staat in Frieden und 
Freundschaft zu leben und unsere wirtschaftlichen Beziehungen zu ihm zu 
finden und zu pflegen. Und hier möchte ich grundsätzlich eines erklären - die 
Bedeutung wirtschaftlicher Abmachungen mit Deutschland liegt nicht nur darin, 
dass Deutschland als Exporteur befähigt ist, fast alle industriellen 
Anforderungen zu erfüllen, sondern dass es zugleich auch als gewaltigster 
Konsument der Käufer zahlreicher Produkte ist, die es anderen Ländern 
überhaupt erst ermöglichen, ihrerseits am Welthandel teilzunehmen. Wir haben 
nun ein Interesse daran, diese wirtschaftlichen Märkte uns nicht nur zu erhalten, 
sondern vor allem sie auch zu pflegen. 

Denn darauf basiert zu einem hohen Prozentsatz die Existenz unseres Volkes. Es 
gehört wieder zur Größe so genannter demokratischer Staatsmänner, einen 
eminenten politischen Erfolg darin sehen zu wollen, einem Volk seinen Absatz, 
z.B. durch Boykott, an Verkaufsmärkten zu verschließen, um es damit - so 
nehme ich wohl an zum Aushungern zu bringen. 

Ich brauche Ihnen nicht zu versichern, dass meiner Überzeugung nach die 
Völker daran nicht verhungern, sondern dass die unter solchen Umständen eher 
immer noch lieber kämpfen würden. 

Was Deutschland betrifft, ist es jedenfalls entschlossen, sich gewisse 
lebenswichtige Märkte nicht durch terroristische Eingriffe von außen oder 
Drohungen rauben zu lassen. Dies liegt aber nicht nur in unserem Interesse, 
sondern ebenso im Interesse unserer Handelspartner. Es ist hier, wie bei jedem 
Geschäft, nicht eine einseitige, sondern eine gegenseitige Abhängigkeit 
vorhanden. 

Wie oft haben wir das Vergnügen, in den dilettantischen wirtschaftlichen 
Abhandlungen unserer demokratischen Pressen zu lesen, dass Deutschland 
deshalb, weil es mit einem Land enge wirtschaftliche Beziehungen unterhält, 
dieses Land in seine Abhängigkeit bringt. Ein geradezu haarsträubender 
jüdischer Unsinn! Denn wenn heute das Deutsche Reich einem Agrarstaat 
Maschinen liefert und dafür von diesem Lebensmittel erhält, dann ist das Reich 
als Konsument von Lebensmitteln von diesem Agrarstaat mindestens ebenso. 



21 



wenn nicht noch mehr abhängig, als der Agrarstaat, der von uns als Bezahlung 
Instustrieprodukte empfängt. 

Deutschland sieht in den baltischen Staaten die wichtigsten Handelspartner. Wir 
sind aus diesem Grunde interessiert, dass sie ein eigenes und unabhängiges, 
geordnetes nationales Leben führen. Dies ist in unseren Augen die 
Voraussetzung für jene innere wirtschaftliche Entwicklung, die selbst wieder die 
Voraussetzung für den Tauschverkehr liefert. Ich bin daher glücklich, dass wir 
auch mit Litauen den Streitpunkt, der zwischen unseren Ländern lag, beseitigen 
konnten. Denn damit ist das einzige Hindernis aus dem Wege geräumt für eine 
freundschaftliche Politik, die sich nicht in politischen Komplimenten, sondern in 
wirtschaftlicher, praktischer Arbeit bewähren kann, und - wie ich überzeugt bin 
- bewähren wird. 

Die demokratische Welt hat allerdings auch hier zutiefst bedauert, dass das 
Blutvergießen ausblieb, dass also 175 000 Deutsche in die von ihnen über alles 
geliebte Heimat zurückkehren konnten, ohne dass ein paar hunderttausend 
andere deshalb erschossen wurden! 

Dies schmerzt die humanen Weltapostel tief. Es war daher nicht verwunderlich, 
dass sie sofort im Anschluss daran nach neuen Möglichkeiten Ausschau hielten, 
die europäische Atmosphäre eben doch noch einmal gründlich zu stören. Und, 
so wie im Falle der Tschecho-Slowakei, griffen sie dieses Mal wieder zur 
Behauptung deutscher militärischer Maßnahmen, d.h. also einer so genannten 
deutschen Mobilmachung. Das Objekt dieser Mobilmachung sollte Polen sein. 
Über das deutsch-polnische Verhältnis ist wenig zu sagen. Der Friedensvertrag 
von Versailles hat auch hier, und zwar natürlich mit Absicht, dem deutschen 
Volk die schwerste Wunde zugefügt. Durch die eigenartige Festlegung des 
Korridors Polens zum Meer sollte vor allem auch für alle zukünftigen Zeiten 
eine Verständigung zwischen Polen und Deutschland verhindert werden. Das 
Problem ist - wie schon bekannt - für Deutschland das allerschmerzlichste. 
Allein, trotzdem habe ich unentwegt die Auffassung vertreten, dass die 
Notwendigkeit eines freien Zugangs zum Meer für den polnischen Staat nicht 
übersehen werden kann, und dass überhaupt grundsätzlich auch in diesem Fall 
die Völker, die nun einmal von der Vorsehung dazu bestimmt - oder 
meinetwegen verdammt sind -, nebeneinander zu leben, sich 
zweckmäßigerweise nicht künstlich und unnotwendig das Leben noch verbittern 
sollten. 

Der verstorbene Marschall Pilsudski, der derselben Meinung anhing, war daher 
bereit, die Frage einer Entgiftung des deutsch-polnischen Verhältnisses zu 
überprüfen und endlich das Abkommen abzuschließen, durch das Deutschland 
und Polen in der Regelung ihrer beiderseitigen Beziehungen entschlossen waren, 
auf das Mittel des Krieges endgültig zu verzichten. 

Diese Abmachung hatte allerdings eine einzige Ausnahme: sie wurde praktisch 
Polen zugestanden. Es wurde festgestellt, dass die von Polen schon bisher 
getroffenen Beistandspakte, es war dies der Beistandspakt mit Frankreich, 



22 



dadurch nicht berührt werden soüten. Es war aber selbstverständHch, dass sich 
dies ausschheßhch auf den bereits vorhandenen Beistandspakt beziehen konnte 
und nicht auf beliebig neu abzuschheßende. Tatsache ist, dass das deutsch- 
polnische Abkommen zur außerordentlichen Entspannung der europäischen 
Lage beitrug. Immerhin war zwischen Deutschland und Polen eine Frage offen, 
die früher oder später ganz natürlich gelöst werden musste, die Frage der 
deutschen Stadt Danzig. 

Danzig ist eine deutsche Stadt, und sie will zu Deutschland. Umgekehrt hat 
diese Stadt vertragliche Abmachungen, die ihr allerdings aufgezwungen wurden 
durch die Versailler Friedensdiktatoren, mit Polen. Da nun außerdem der 
Völkerbund früher als größter Unruhestifter nunmehr mit einem allerdings 
außerordentlich taktvollen Hohen Kommissar vertreten ist, muss spätestens mit 
dem allmählichen Erlöschen diese unheilvollen Institution das Problem Danzig 
so oder so erörtert werden. Ich sah nun in der friedlichen Lösung dieser Frage 
einen weiteren Beitrag für eine endgültige europäische Entspannung. Denn 
dieser Entspannung dient man sicherlich nicht durch die Hetze wahnsinnig 
gewordener Kriegstreiber, sondern durch die Beseitigung wirklicher 
Gefahrenmomente . 

Ich habe nun der polnischen Regierung, nachdem das Problem Danzig schon vor 
Monaten einige Male besprochen worden war, ein konkretes Angebot 
unterbreiten lassen. 

Ich teile Ihnen, meine Abgeordneten, nunmehr dieses Angebot mit, und Sie 
werden sich selbst ein Urteil bilden, ob es nicht im Dienste des europäischen 
Friedens das gewaltigste Entgegenkommen darstellt, das an sich denkbar war. 
Ich habe, wie schon betont, die Notwendigkeit eines Zuganges dieses Staates 
zum Meere stets eingesehen und damit auch in Rechnung gestellt. Ich bin ja kein 
demokratischer Staatsmann, sondern ein realistischer Nationalsozialist. Ich hielt 
es aber auch für notwendig, der Warschauer Regierung klarzumachen, dass so, 
wie sie einen Zugang zum Meere wünscht, Deutschland einen Zugang braucht 
zu seiner Provinz im Osten. Es sind dies nun einmal schwierige Probleme. Dafür 
ist nicht Deutschland verantwortlich, sondern jene Zauberkünstler von 
Versailles, die in ihrer Bosheit oder in ihrer Gedankenlosigkeit in Europa 
hundert Pulverfässer herumstellten, von denen jedes einzelne außerdem noch 
mit kaum auslöschbaren Lunten versehen worden war. Man kann nun diese 
Probleme nicht nach irgendeinem alten Schema lösen, sondern ich halte es für 
notwendig, dass man hier neue Wege geht. Denn der Weg Polens zum Meer 
durch den Korridor und umgekehrt ein deutscher Weg durch diesen Korridor 
haben überhaupt keinerlei militärische Bedeutung. Ihre Bedeutung liegt 
ausschließlich auf psychologischem und wirtschaftlichem Gebiet. Einem 
solchen Verkehrsstrang eine militärische Bedeutung zuweisen zu wollen, hieße, 
sich einer militärischen Naivität von seltenem Ausmaß ergeben. 
Ich habe nunmehr der polnischen Regierung folgenden Vorschlag unterbreiten 
lassen: 



23 



1 . Danzig kehrt als Freistaat in den Rahmen des Deutschen Reiches zurück. 

2. Deutschland erhält durch den Korridor eine Straße und eine Eisenbahnlinie 
zur eigenen Verfügung mit dem gleichen exterritorialen Charakter für 
Deutschland, als der Korridor ihn für Polen besitzt. Dafür ist Deutschland bereit: 

1 . sämtliche wirtschaftlichen Rechte Polens in Danzig anzuerkennen, 

2. Polen in Danzig einen Freihafen beliebiger Größe und bei vollständigem 
freien Zugang sicherzustellen, 

3. damit die Grenzen zwischen Deutschland und Polen endgültig als gegeben 
hinzunehmen und zu akzeptieren, 

4. einen 25jährigen Nichtangriffspakt mit Polen abzuschließen, also einen Pakt, 
der weit über mein eigenes Leben hinausreichen würde, und 

5. die Unabhängigkeit des slowakischen Staates durch Deutschland, Polen und 
Ungarn gemeinsam sicherzustellen, was den praktischen Verzicht auf jede 
einseitige deutsche Vormachtstellung in diesem Gebiet bedeutet. 

Die polnische Regierung hat dieses mein Angebot abgelehnt und sich 

1 . nur bereit erklärt, über die Frage des Ersatzes des Völkerbundkommissars zu 
verhandeln und 

2. Erleichterungen für den Durchgangsverkehr durch den Korridor zu erwägen. 
Ich habe diese mir unverständliche Haltung der polnischen Regierung aufrichtig 
bedauert, jedoch das allein ist nicht das Entscheidende, sondern das Schlimmste 
ist, dass nunmehr ähnlich wie die Tschecho-Slowakei vor einem Jahr auch Polen 
glaubt, unter dem Druck einer verlogenen Welthetze Truppen einberufen zu 
müssen, obwohl Deutschland seinerseits überhaupt nicht einen einzigen Mann 
eingezogen hat und nicht daran dachte, irgendwie gegen Polen vorzugehen. Wie 
gesagt, dies ist an sich sehr bedauerlich, und die Nachwelt wird einmal 
entscheiden, ob es nun wirklich so richtig war, diesen von mir gemachten 
einmaligen Vorschlag abzulehnen. Dies - wie gesagt - war ein Versuch von mir, 
eine die ganze deutsche Nation innerlich bewegende Frage in einem wahrhaft 
einmaligen Kompromiss zu lösen, und zwar zu lösen zugunsten beider Länder. 
Meiner Überzeugung nach war Polen bei der Lösung aber überhaupt kein 
gebender Teil, sondern nur ein nehmender, denn dass Danzig niemals polnisch 
werden wird, dürfte wohl außer Zweifel stehen. Die Deutschland nunmehr von 
der Weltpresse einfach angedichtete Angriffsabsicht führte in der Folge zu den 
Ihnen bekannten so genannten Garantieangeboten und zu einer Verpflichtung 
der polnischen Regierung für einen gegenseitigen Beistand, der also Polen unter 
Umständen zwingen würde, im Falle eines Konfliktes Deutschlands mit 
irgendeiner anderen Macht, durch den wieder England auf den Plan gerufen 
würde, nun seinerseits gegen Deutschland militärisch Stellung zu nehmen. Diese 
Verpflichtung widerspricht der Abmachung, die ich seinerzeit mit dem 
Marschall Pilsudski getroffen habe. Denn in dieser Abmachung ist 
ausschließlich Bezug genommen auf bereits, also damals bestehende 
Verpflichtungen, und zwar auf die uns bekannten Verpflichtungen Polens 
Frankreich gegenüber. Diese Verpflichtungen nachträglich zu erweitern, steht 



24 



im Widerspruch zur deutsch-polnischen Nichtangriffs-Erklämng. Ich hätte unter 
diesen Umständen damals diesen Pakt nicht abgeschlossen. Denn was haben 
Nichtangriffspakte überhaupt für einen Sinn, wenn sich der eine Partner 
praktisch eine Unmenge von Ausnahmefällen offenläßt! 

Es gibt entweder kollektive Sicherheit, das heißt kollektive Unsicherheit und 
ewige Kriegsgefahr oder klare Abkommen, die aber auch grundsätzlich jede 
Waffenwirkung unter den Kontrahenten ausschließen. Ich sehe deshalb damit 
das von mir und dem Marschall Pilsudski seinerzeit abgeschlossene Abkommen 
als durch Polen einseitig verletzt an und damit als nicht mehr bestehend! Ich 
habe dies der polnischen Regierung mitgeteilt. Ich kann aber auch hier nur 
wiederholen, dass dies keine Änderung meiner grundsätzlichen Einstellung zu 
den angeführten Problemen bedeutet. 

Sollte die polnische Regierung Wert darauf legen, zu einer neuen vertraglichen 
Regelung der Beziehungen zu Deutschland zu kommen, so werde ich das nur 
begrüßen, allerdings unter der Voraussetzung, dass eine solche Regelung dann 
auf einer ganz klaren und gleichmäßig beide Teile bindenden Verpflichtung 
beruht. Deutschland ist jedenfalls gerne bereit, solche Verpflichtungen zu 
übernehmen und dann auch zu erfüllen. 

Wenn nun aus diesen Anlässen in den letzten Wochen eine neue Unruhe über 
Europa hereingebrochen ist, dann ist verantwortlich dafür ausschließlich jene 
uns bekannte, im Dienst internationaler Kriegshetzer stehende Propaganda, die, 
von zahlreichen Organen in den demokratischen Staaten betrieben, versucht, 
durch eine fortgesetzte Steigerung der Nervosität, durch das Fabrizieren 
andauernder Gerüchte Europa reif für eine Katastrophe zu machen, jene 
Katastrophe, von der man dann erhofft, was auf anderem Weg bisher nicht 
gelungen ist: die bolschewistische Vernichtung der europäischen Kultur! Der 
Hass dieser Hetzer ist um so verständlicher, als ihnen unterdes einer der größten 
Gefahrenpunkte der europäischen Krise dank des Heldentums eines Mannes, 
seines Volkes und - das darf ich aussprechen - auch dank der italienischen und 
der deutschen Freiwilligen entzogen wurde. 

Deutschland hat in diesen Wochen mit der heißesten Anteilnahme den Sieg des 
nationalen Spaniens miterlebt und mitgefeiert. Als ich mich einst entschloss, 
dem Ruf General Francos und seiner Bitte, gegenüber der internationalen 
Unterstützung der bolschewistischen Mordbrenner ihm auch durch das 
nationalsozialistische Deutschland Hilfe zukommen zu lassen, zu entsprechen, 
wurde dieser Schritt Deutschlands von diesen selben internationalen Hetzern in 
der infamsten Weise missdeutet und beschimpft. 

Man erklärte damals, dass Deutschland die Absicht habe, sich in Spanien 
festzusetzen, dass wir spanische Kolonien zu nehmen gedächten, ja, es wurde in 
einer niederträchtigen Lüge die Landung von 20 000 Mann in Marokko 
erfunden, kurz, man hat nichts unterlassen, den Idealismus unserer und der 
italienischen Unterstützung zu verdächtigen und daraus die Elemente für die 
neue Kriegsgefahr zu finden. 



25 



In wenigen Wochen wird nun der siegreiche Held des nationalen Spanien seinen 
feierlichen Einzug in der Hauptstadt seines Landes halten. Das spanische Volk 
wird ihm zujubeln als dem Erlöser von einem unsagbaren Grauen, als dem 
Befreier von Mordbrennerbanden, die nach den Schätzungen allein an 
Hingerichteten und Ermordeten über 775 000 Menschen auf dem Gewissen 
haben. Man hat die Bevölkerung ganzer Dörfer und Städte förmlich 
abgeschlachtet unter der stillen huldvollen Patronanz westeuropäischer und 
amerikanischer demokratischer Humanitätsapostel. An diesem seinem 
Siegeseinzug nehmen in den Reihen der tapferen spanischen Soldaten neben den 
italienischen Kameraden auch die Freiwilligen unserer deutschen Legion teil. 
Wir hoffen, die ganz kurze Zeit später bei uns in der Heimat begrüßen zu 
können. 

Das deutsche Volk wird dann erfahren, wie tapfer seine Söhne auch auf diesem 
Platz für die Freiheit eines edlen Volkes mitgekämpft haben und damit letzten 
Endes für die Errettung der europäischen Zivilisation. Denn der Sieg des 
bolschewistischen Untermenschentums in Spanien hätte nur zu leicht seine 
Wellen über ganz Europa schlagen können. Daher auch der Hass derer, die es 
bedauern, dass Europa nun wieder nicht in Feuer und Flammen aufging. Sie 
wollen sich daher erst recht keine Möglichkeit entgehen lassen, um zwischen die 
Völker das Misstrauen zu säen und die für sie erwünschte Kriegsstimmung 
anderwärts zu schaffen. 

Was in den letzten Wochen diese internationalen Kriegshetzer an verlogenen 
Behauptungen zusammenfälschten und vor allem in den zahlreichen Zeitungen 
zum Besten gaben, ist zum Teil ebenso kindisch wie bösartig. Der erste Erfolg 
ist - soweit dies nicht den innerpolitischen Zwecken der demokratischen 
Regierungen dienen soll - die Verbreitung einer nervösen Hysterie, die im Lande 
der unbegrenzten Möglichkeiten zurzeit bereits die Landung von 
Marsbewohnern für möglich hält. Der eigentliche Zweck soll allerdings die 
Vorbereitung der öffentlichen Meinung sein, die englische Einkreisungspolitik 
als notwendig anzusehen und sie mithin auch im schlimmsten Falle zu 
unterstützen. 

Das deutsche Volk kann demgegenüber mit größter Ruhe seiner Arbeit 
nachgehen. Seine Grenzen werden vom besten Heer der deutschen Geschichte 
verteidigt, sein Luftraum wird von der gewaltigsten Luftflotte geschützt, unsere 
Küsten sind für jede feindliche Macht unangreifbar gemacht. Im Westen ist das 
stärkste Verteidigungswerk aller Zeiten entstanden. Das Entscheidendste aber ist 
die Geschlossenheit des Volkskörpers selbst, das Vertrauen der Deutschen 
untereinander auf die gemeinsame Wehrmacht und - ich darf dies wohl 
aussprechen - das Vertrauen aller auf die Führung. 

Nicht geringer aber ist das Vertrauen von Führung und Volk zu unseren 
Freunden. Und hier an der Spitze zu dem Staat, der uns in seiner schicksalhaften 
Verbundenheit in jeder Hinsicht am nächsten steht. Auch in diesem Jahr hat das 
faschistische Italien das höchste Verständnis für die berechtigten deutschen 



26 



Interessen aufgebracht. Es darf niemand wundernehmen, wenn auf unserer Seite 
das gleiche Empfinden gegenüber den itahenischen Lebensnotwendigkeiten 
besteht. 

Der Bund, der diese beiden Völker vereint, ist unzerreißbar. Jeder Versuch, an 
dieser Tatsache zu rütteln, erscheint uns als lächerlich. Er erhält in jedem Fall 
seine beste Illustriemng und Aufklärung in dem Artikel, den vor wenigen Tagen 
erst eine große demokratische Zeitung schrieb, dass man nicht mehr daran 
glauben dürfe, Italien und Deutschland auseinandermanövrieren zu können, um 
sie dann einzeln zu vernichten. 

So hat die Deutsche Reichsregierung auch im tiefsten Verständnis das Recht der 
Aktion des italienischen Freundes in Albanien begriffen und sie daher begrüßt. 
Ja, der Faschismus hat nicht nur das Recht, sondern die Pflicht, in dem Italien 
von Natur und Geschichte zugewiesenen Lebensraum für die Aufrechterhaltung 
einer Ordnung zu sorgen, durch die allein eine wirkliche Blüte der menschlichen 
Kultur begründet und gesichert erscheint. Über die zivilisatorischen Arbeiten 
des Faschismus kann man in der übrigen Welt aber letzten Endes genau so 
wenig im Zweifel sein wie über den Nationalsozialismus. In beiden Fällen 
sprechen unbestreitbare Tatsachen gegen das haltlose Geflunker und die 
unbewiesenen Behauptungen der anderen Seite. 

Die Verengung der Beziehungen Deutschlands zu Italien und zu Japan ist das 
dauernde Ziel der deutschen Staatsführung. Wir sehen in dem Bestand und der 
Erhaltung der Freiheit und Unabhängigkeit dieser drei Weltmächte das stärkste 
Element der Aufrechterhaltung einer wirklichen menschlichen Kultur, einer 
praktischen Zivilisation sowie einer gerechten Weltordnung für die Zukunft. 
Antwort an Roosevelt 

Wie nun schon eingangs erwähnt, erhielt die Welt am 15. April 1939 Kenntnis 
des Inhalts von einem Telegramm, das ich dann später tatsächlich auch 
persönlich zu sehen bekam. Es ist schwierig, dieses Dokument zu klassifizieren 
oder in eine bekannte Ordnung einzureihen. Ich will daher vor Ihnen, meine 
Abgeordneten des Deutschen Reichstages, und damit vor dem ganzen deutschen 
Volk eine Analysierung des Inhalts dieses merkwürdigen Schriftstückes 
versuchen und daran anknüpfend auch gleich in Ihrem Namen und im Namen 
des deutschen Volkes die notwendigen Antworten geben. 

1 . Herr Roosevelt ist der Meinung, dass auch ich mir darüber klar sei, dass in der 
ganzen Welt hunderte von Millionen der menschlichen Wesen häufig in 
ständiger Furcht vor einem neuen Krieg, ja sogar vor einer Reihe von Kriegen 
lebten. Dies ginge auch das Volk der Vereinigten Staaten, dessen Wortführer er 
sei, nahe an, und ebenso müsse es auch alle die anderen Völker der ganzen 
westlichen Halbkugel angehen. 
Antwort: 

Dazu wäre zunächst zu sagen, dass diese Furcht vor Kriegen ohne Zweifel seit 
jeher die Menschheit und mit Recht erfüllt hat. 



27 



So sind zum Beispiel nach dem Friedensschluss von Versailles vom Jahre 1919 - 
1938 allein 14 Kriege geführt wurden, an denen allerdings Deutschland in 
keinem Fall beteiligt war, wohl aber Staaten der "westlichen Halbkugel", in 
deren Namen Herr Präsident Roosevelt ebenfalls das Wort ergreift. Dazu 
kommen noch im selben Zeitraum 26 gewaltsame Interventionen und mit 
blutiger Gewalt durchgeführte Sanktionen. Auch daran ist Deutschland gänzlich 
unbeteiligt gewesen. Die amerikanische Union allein hat in 6 Fällen seit 1918 
militärische Interventionen durchgeführt. Sowjetmssland hat seit 1918 zehn 
Kriege und militärische Aktionen mit blutiger Gewalt geführt. Auch hieran war 
Deutschland in keinem Falle beteiligt. Es war auch nicht die Ursache eines 
dieser Vorgänge. 

Es würde also in meinen Augen ein Irrtum sein, anzunehmen, dass die Furcht 
der europäischen oder außereuropäischen Völker vor Kriegen gerade in diesem 
Augenblick auf wirkliche Kriege selbst zurückgeführt werden könnte, für die 
Deutschland verantwortlich gemacht werden dürfte. Der Grund für diese Furcht 
liegt ausschließlich in einer ungezügelten, ebenso verlogenen wie 
niederträchtigen Pressehetze, in der Verbreitung übelster Pamphlete über fremde 
Staatsoberhäupter, in der künstlichen Panikmache, die am Ende so weit führt, 
dass selbst Interventionen von Planeten für möglich gehalten werden und zu 
heillosen Schreckenszenen führen. 

Ich glaube, dass, sobald die verantwortlichen Regierungen sich selbst und ihren 
publizistischen Organen über die Beziehungen der Völker untereinander und 
insonderheit über die inneren Vorgänge bei anderen Völkern die notwendige 
Zurückhaltung und Wahrheitsliebe auferlegen, die Kriegsangst sofort 
verschwinden wird und die von uns allen so erwünschte Ruhe eintreten könnte. 
2. Herr Roosevelt glaubt in seinem Telegramm, dass jeder größere Krieg, sogar 
wenn er auf andere Kontinente beschränkt bleiben sollte, sich während seiner 
Dauer und noch auf die ganze Lebenszeit mehrerer Generationen nachher 
schwer auswirken wird. 
Antwort: 

Dies weiß niemand mehr als das deutsche Volk, denn dem deutschen Volk 
wurden im Friedensvertrag von Versailles Lasten aufgebürdet, die nicht einmal 
in hundert Jahren anzutragen gewesen wären, obwohl gerade amerikanische 
Staatsrechtslehrer, Historiker und Geschichtsprofessoren nachgewiesen haben, 
dass Deutschland am Ausbruch des Weltkrieges genau so schuldlos war wie 
irgend ein anderes Volk. 

Allein, ich glaube nicht, dass jede Kampf sich für eine ganze Umwelt, das heißt 
für die ganze Erde katastrophal auswirken muss dann, wenn man nämlich nicht 
künstlich durch ein System undurchsichtiger Paktverpflichtungen die ganze Erde 
planmäßig in solche Konflikte hineinzieht. Denn da die Welt bisher in früheren 
Jahrhunderten und - wie ich eingangs in meinen Antworten nachwies - auch in 
den letzten Jahrzehnten fortgesetzt Kriege erlebte, würde im Falle des Zutreffens 
der Auffassung Roosevelts schon jetzt in der Zusammenaddierung der 



28 



Auswirkung all dieser Kriege die Menschheit noch Jahrmillionen zu tragen 
haben. 

3. Herr Roosevelt erklärt, dass er sich schon bei einer früheren Gelegenheit an 
mich gewandt habe im Interesse der Regelung politischer, wirtschaftlicher und 
sozialer Probleme auf friedlichem Wege mit der Hoffnung, dabei ohne Appell 
an die Waffen vorzugehen. 

Antwort: 

Ich habe diese Auffassung bisher auch selbst vertreten, und wie die Geschichte 
es ja auch erweist, ohne Waffengewalt, das heißt ohne Appell an die Waffen die 
notwendigen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Probleme geregelt. 
Leider ist diese friedliche Regelung aber durch die Hetze von Politikern, 
Staatsmännern und Presseleuten erschwert worden, die von den in Frage 
stehenden Problemen weder betroffen oder auch nur berührt werden konnten. 

4. Herr Roosevelt glaubt, dass die "Zeitströmung" jetzt wieder drohende 
Waffengewalt mit sich bringe und dass, wenn derartige Bedrohungen 
fortdauern, es unvermeidlich erscheine, dass ein großer Teil der Welt 
gemeinsam dem Verderben anheim falle. 

Antwort: 

Soweit es sich um Deutschland handelt, ist mir von einer derartigen Bedrohung 
anderer Nationen nichts bekannt, wohl aber lese ich in den demokratischen 
Zeitungen jeden Tag die Lügen von derartigen Bedrohungen. Ich lese jeden Tag 
von deutschen Mobilmachungen, von Truppenlandungen, von Erpressungen, 
und zwar alles von Staaten, mit denen wir nicht nur in tiefstem Frieden leben, 
sondern in vielen Fällen auf das engste befreundet sind. 

5. Herr Roosevelt glaubt weiter, dass im Falle eines Krieges siegreiche, besiegte 
und neutrale Nationen zu leiden haben werden. 

Antwort: 

Diese Überzeugung habe ich als Politiker 20 Jahre lang vertreten in einer Zeit, 
da leider die amerikanischen verantwortlichen Staatsmänner für ihre Beteiligung 
am Weltkrieg und für die Art des Ausgangs desselben nicht zu gleichem 
Verständnis durchringen konnten. 

6. Herr Roosevelt glaubt endlich, dass es in der Hand der Führer großer 
Nationen liege, ihre Völker vor dem drohenden Unheil zu retten. 

Antwort: 

Wenn dies zutrifft, dann ist es ein strafbarer Leichtsinn, um kein schlimmeres 

Wort zu gebrauchen, wenn die Führer von Völkern, die über eine solche Macht 

verfügen, es nicht fertig und zuwege bringen, ihrer zum Kriege hetzenden Presse 

die Zügel anzulegen, um dadurch die Welt vor dem drohenden Unheil einer 

kriegerischen Auseinandersetzung zu bewahren. 

Ich halte es dann weiter für unverständlich, wie diese verantwortlichen Führer, 

statt die diplomatischen Beziehungen der Völker untereinander zu pflegen, diese 

durch die Abberufung von Botschaften usw. ohne jeden Grund erschweren, ja 

stören lassen können. 



29 



7. Herr Roosevelt erklärt, dass in Europa drei und in Afrika eine unabhängige 
Nation ihre Existenz eingebüßt hätten. 

Antwort: 

Ich weiß nicht, welche Nationen unter diesen dreien in Europa verstanden 
werden. Sollte es sich dabei um die dem Deutschen Reich zurückgegliederten 
Provinzen handeln, dann muss ich den Herrn Präsidenten auf einen 
geschichtlichen Irrtum aufmerksam machen. 

Diese Nationen haben nicht jetzt in Europa ihre unabhängige Existenz 
eingebüßt, sondern im Jahre 1918, als man sie unter Bruch eines feierlich 
gegebenen Versprechens aus ihren Gemeinschaften riss und zu Nationen 
stempelte, die sie nie sein wollten, nicht waren, und als man ihnen eine 
Unabhängigkeit aufoktroyierte, die keine Unabhängigkeit war, sondern 
höchstens nur die Abhängigkeit von einem internationalen Ausland, das sie 
hassten, bedeuten konnte. 

Allein, auch was die eine Nation in Afrika anbetrifft, die dort ihre Freiheit 
verloren haben soll, so liegt auch hier wohl nur ein Irrtum vor, denn nicht eine 
Nation in Afrika hat ihre Freiheit verloren, sondern nahezu alle früheren 
Einwohner dieses Kontinents sind mit blutiger Gewalt der Souveränität anderer 
Völker unterworfen worden und haben mithin ihre Freiheit verloren. 
Marokkaner, Berber, Araber, Neger usw. sind alle einer fremden Gewalt zum 
Opfer gefallen, deren Schwerter und Bomben freilich nicht den Stempel "Made 
in Germany", sondern "Made in Democracies" trugen. 

8. Herr Roosevelt spricht endlich von Gerüchten, von denen er allerdings glaubt, 
dass sie nicht zutreffen, die aber besagen, dass gegen noch weitere unabhängige 
Nationen weitere Angriffsakte erwogen werden. 

Antwort: 

Ich halte jede solche durch nichts begründete Andeutung für eine Versündigung 
an der Ruhe und damit am Frieden der Welt. Ich sehe darin weiter eine 
Schreckung oder zumindest Nervösmachung kleiner Nationen. Sollte Herr 
Roosevelt hier wirklich bestimmte Fälle im Auge haben, dann würde ich bitten, 
die vom Angriff bedrohten Staaten und die in Frage kommenden Angreifer zu 
nennen. Es wird dann möglich sein, durch kurze Erklärungen diese 
ungeheuerlichen allgemeinen Beschuldigungen aus der Welt zu schaffen. 

9. Herr Roosevelt erklärt, dass offensichtlich die Welt dem Augenblick zutreibt, 
wo diese Lage in einer Katastrophe enden muss, wenn nicht ein rationeller Weg 
gefunden wird, die Ereignisse zu lenken. Er erklärt endlich, ich hätte wiederholt 
versichert, dass ich und das deutsche Volk den Krieg nicht wünschten und dass, 
wenn dies zutreffe, auch kein Krieg geführt werden brauchte. 

Meine Antwort: Ich darf noch einmal feststellen, dass ich 

erstens keinen Krieg geführt habe, dass ich 

zweitens seit Jahren meinem Abscheu vor einem Kriege und allerdings auch 

meinem Abscheu vor einer Kriegshetze Ausdruck verleihe, und dass ich 



30 



drittens nicht wüsste, für welchen Zweck ich überhaupt einen Krieg führen 
soüte. Ich wäre Herrn Roosevelt dankbar, wenn er mir darüber Aufklärung 
geben wollte. 

10. Herr Roosevelt ist endlich der Meinung, dass die Völker der Erde nicht 
davon überzeugt werden könnten, dass irgendeine Regierungsgewalt irgend ein 
Recht oder einen zwingenden Anlass hat, auf ihr eigenes oder auf andere Völker 
die Folgen eines Krieges herabzuzwingen, es sei denn aus dem Grunde 
unzweideutiger Selbstverteidigung. 

Antwort: 

Ich glaube, dies ist die Auffassung aller vernünftiger Menschen, nur scheint es 

mir, dass der Fall der unzweideutigen Selbstverteidigung fast in jedem Krieg 

von beiden Seiten in Anspruch genommen wird, und dass jene Einrichtung auf 

der Welt einschließlich der Person Roosevelts nicht vorhanden ist, um dieses 

Problem eindeutig zu klären. 

Es kann wohl kein Zweifel darüber geben, dass zum Beispiel Amerika in den 

Weltkrieg in keinem Fall zur "unzweideutigen Selbstverteidigung" eingetreten 

ist. 

Ein vom Herrn Präsidenten Roosevelt selbst eingesetzter 

Untersuchungsausschuss hat im Gegenteil die Ursachen des Eintritts Amerikas 

in den Weltkrieg untersucht und kam dabei zur Feststellung, dass dieser Eintritt 

im wesentlichen aus ausschließlich kapitalistischen Gesichtspunkten erfolgt ist. 

Trotzdem sind daraus keinerlei praktische Konsequenzen gezogen worden. Wir 

wollen also nur hoffen, dass wenigstens die nordamerikanische Union diesen 

edlen Grundsatz endlich auch selbst in der Zukunft vertritt und nur dann gegen 

das eine oder andere Volk in den Krieg zieht, wenn wirklich der Fall der 

unzweideutigen Selbstverteidigung gegeben ist. 

1 1 . Herr Roosevelt meint weiter, dass er nicht aus Selbstsucht, Schwäche oder 
Furcht so spreche, sondern nur mit der Stimme der Kraft und aus Freundschaft 
für die Menschheit. 

Antwort: 

Wenn diese Stimme der Kraft und der Freundschaft zur Menschheit von 
Amerika aus zur richtigen Zeit erhoben worden wäre, und wenn vor allem dieser 
Stimme dann ein praktischer Wert zugekommen sein würde, dann hätte 
zumindest jener Vertrag verhindert werden können, der zur Quelle der größten 
Menschheitszerrüttung aller Zeiten wurde, nämlich das Versailler Diktat. 

12. Herr Roosevelt erklärt nun weiter, dass es für ihn feststeht, dass sich alle 
internationalen Probleme am Konferenztisch lösen lassen. 

Meine Antwort: 

Theoretisch müsste man wirklich glauben, dass dies möglich sein könnte, denn 
die Vernunft würde ja in vielen Fällen die Berechtigung von Forderungen auf 
der einen Seite und die zwingende Notwendigkeit des Entgegenkommens auf 
der anderen Seite ohne weiteres aufweisen. 



31 



Zum Beispiel: Nach aller Vernunft, Logik und nach allen Grundsätzen einer 
menschlichen allgemeinen und höheren Gerechtigkeit, ja sogar nach den 
Gesetzen eines göttlichen Willens müssten alle Völker an den Gütern dieser 
Welt gleichen Anteil haben. Es dürfte dann nicht vorkommen, dass ein Volk so 
viel Lebensraum beansprucht, dass es mit noch nicht einmal 15 Menschen auf 
den Quadratkilometer auskommen kann, während andere Völker gezwungen 
sind, 140, 150 oder gar 200 Menschen auf derselben Fläche zu ernähren. Auf 
keinen Fall aber dürften diese glücklichen Völker dann den an sich Leidenden 
noch ihren vorhandenen Lebensraum beschneiden, ihnen zum Beispiel auch 
noch ihre Kolonien wegnehmen. Ich würde mich also freuen, wenn am 
Konferenztisch wirklich diese Probleme ihre Lösung finden könnten. 
Meine Skepsis beruht aber darin, dass es Amerika selbst war, das seinem 
Misstrauen über die Wirksamkeit von Konferenzen den schärfsten Ausdruck 
verlieh. Denn die größte Konferenz aller Zeiten war ohne Zweifel der 
Völkerbund. Dies nach dem Willen eines amerikanischen Präsidenten 
geschaffene Gremium aller Völker der Welt sollte die Probleme der Menschheit 
am Konferenztisch lösen. Der erste Staat aber, der sich von dieser Arbeit 
zurückhielt, war die amerikanische Union. Und zwar, weil bereits der Präsident 
Wilson äußerste Bedenken hegte über die Möglichkeit, an einem solchen 
Konferenztisch die wirklich entscheidenden internationalen Probleme lösen zu 
können. 

Ihre gute Meinung in Ehren, Herr Roosevelt, aber dieser Ihrer Meinung steht 
gegenüber die reale Tatsache, dass es in fast 20j ähriger Tätigkeit der größten 
permanenten Konferenz der Welt, nämlich dem Völkerbund, nicht gelungen ist, 
auch nur ein wirklich entscheidendes internationales Problem zu lösen. 
Deutschland war viele Jahre durch den Friedensvertrag von Versailles an der 
Teilnahme dieser größten Weltkonferenz entgegen dem Versprechen Wilsons 
ausgeschlossen. Trotz vorliegender bitterster Erfahrungen glaubte aber dennoch 
eine deutsche Regierung nicht, dem Beispiel der amerikanischen Union folgen 
zu sollen, sondern sich später an diesen Konferenztisch setzen zu müssen. 
Ich selbst habe mich dann entschlossen, nach jahrelanger zweckloser Teilnahme 
das Beispiel Amerikas nachzuahmen und die größte Konferenz der Welt 
ebenfalls zu verlassen. 

Seitdem habe ich nun die mein Volk betreffenden Probleme, die am 
Konferenztisch des Völkerbundes leider wie alle anderen nicht gelöst worden 
sind, gelöst, und zwar ausnahmslos ohne Krieg! 

Abgesehen davon sind aber in den letzten Jahren, wie schon betont, zahlreiche 
andere Probleme vor Weltkonferenzen gebracht worden, ohne dass irgendeine 
Lösung gelungen war. Wenn aber überhaupt diese Ihre Auffassung, Herr 
Roosevelt, dass jedes Problem am Konferenztisch gelöst werden kann, zutrifft, 
dann wurden die Völker einschließlich der amerikanischen Union, im Laufe der 
übersehbaren 7000 bis 8000 Jahre entweder von Blinden oder von Verbrechern 
geführt. Denn sie alle, einschließlich der Staatsmänner der amerikanischen 



32 



Union, und zwar ihre größten, haben im wesenüichen die Geschichte nicht am 

Konferenztisch, sondern im Einsatz der Kraft ihrer Völker gestahet. 

Die Freiheit Nordamerikas ist so wenig am Konferenztisch errungen worden, 

wie der Konflikt zwischen den Nord- und Südstaaten am Konferenztisch 

entschieden wurde. Von den unzähhgen Kämpfen der allmähhchen 

Unterwerfung des nordamerikanischen Kontinents will ich ganz absehen. Ich 

erwähne dies alles nur, um festzustellen, dass Ihre Auffassung, Herr Präsident 

Roosevelt, sicher aller Ehren wert ist, allein in der Geschichte weder Ihres 

eigenen Landes noch in der der übrigen Welt eine Bestätigung findet. 

13. Herr Roosevelt stellt weiter fest, dass es keine Antwort auf die Befürwortung 

friedlicher Besprechungen sei, wenn die eine Seite ausführt, sie werde die 

Waffen nicht aus der Hand legen, wenn sie nicht von vornherein die 

Zusicherung bekäme, dass die Entscheidung für sie fallen werde. 

Meine Antwort: 

Glauben Sie, Herr Roosevelt, dass, wenn letzte Völkerschicksale auf dem Spiele 

stehen, eine Regierung oder eine Volksführung vor einer Konferenz die Waffen 

niederlegen oder vielleicht ausliefern wird, einfach in der blinden Hoffnung, 

dass die Klugheit der anderen Konferenzteilnehmer oder meinetwegen ihre 

Einsicht schon das Richtige beschließen werden? 

Herr Roosevelt, es hat in der Weltgeschichte bisher nur ein Volk und eine 

einzige Regierung gegeben, die dieses ihr angepriesene Rezept befolgt haben: 

Deutschland. 

Die deutsche Nation hat einst im Vertrauen auf die feierlichen Zusicherungen 

des amerikanischen Präsidenten Wilson und auf die Bestätigung dieser 

Zusicherung durch die Alliierten die Waffen niedergelegt und ging also 

waffenlos zum Konferenztisch - allerdings hat man mit dem Augenblick, da die 

deutsche Nation die Waffen niedergelegt hatte, sie nicht einmal mehr zur 

Konferenz eingeladen, sondern, entgegen allen Zusicherungen, den größten 

Wortbruch aller Zeiten verübt. 

Eines Tages wurde, statt am Konferenztisch die größte Verwirrung aller Zeiten 

zu lösen, durch das grausamste Diktat der Welt eine noch schrecklichere 

Verwirrung angerichtet. 

Die Vertreter des deutschen Volkes aber, die im Vertrauen auf feierliche 

Zusicherungen eines amerikanischen Präsidenten die Waffen niedergelegt hatten 

und mithin waffenlos erschienen, wurden nicht einmal bei der Entgegennahme 

des Diktats als die Vertreter einer Nation empfangen, die immerhin im Kampf 

für die Freiheit und Unabhängigkeit über vier Jahre einer ganzen Welt mit 

unermesslichem Heldentum standgehalten hatte, sondern entehrende behandelt, 

als dies früher bei Siouxhäuptlingen der Fall sein konnte. 

Die deutschen Delegierten wurden vom Pöbel beschimpft, mit Steinen 

beworfen, wie Gefangene nicht vor den Konferenztisch der Welt, sondern vor 

das Tribunal der Sieger geschleift und dort mit vorgehaltener Pistole zur 



33 



Annahme der schandbarsten Unterwerfung und Ausplünderung aller Zeiten 

gezwungen. 

Herr Roosevelt, ich darf Ihnen versichern, dass es mein unerschütterlicher Wille 

ist, dafür zu sorgen, dass nicht nur jetzt, sondern für alle Zukunft kein Deutscher 

mehr wehrlos eine Konferenz betritt, sondern dass hinter jedem deutschen 

Unterhändler für alle Zeiten die geeinte Macht der deutschen Nation stehen soll 

und stehen wird, so wahr mir Gott helfe. 

14. Herr Roosevelt glaubt, dass es nötig sei, in einen Konferenzsaal so 
hineinzugehen wie in ein Gericht, dass beide Parteien in einem guten Glauben 
eintreten und davon ausgehen, dass tatsächlich beiden Gerechtigkeit zuteil 
werden wird. 

Antwort: 

Die deutschen Vertreter werden niemals mehr in eine Konferenz hineingehen, 
die für sie ein Tribunal ist. Denn wer soll hier Richter sein? Es gibt vor einer 
Konferenz keinen Angeklagten und keinen Kläger und keinen Richter, sondern 
nur zwei Streitende. Und wenn nicht die Vernunft der beiden Betroffenen einen 
Ausweg zum Ausgleich findet, dann werden sie sich niemals dem Richterspruch 
desinteressierter fremder Gewalten ausliefern. 

Im übrigen hat es ja gerade die amerikanische Union abgelehnt, sich in den 
Völkerbund zu begeben und dort das Opfer eines Gerichtshofes zu werden, der 
mit der Mehrheit der Stimmen in der Lage war, gegen die Interessen einzelner 
zu entscheiden. 

Ich würde aber dankbar sein, wenn Herr Roosevelt erläutern wollte, wie denn 
nun der neue Gerichtshof der Welt beschaffen sein soll. Wer sind hier die 
Richter, und nach welchem Verfahren werden sie ausgesucht und nach welcher 
Verantwortung handeln sie? Und vor allen, vor welche Verantwortung können 
sie gezogen werden? 

15. Herr Roosevelt glaubt, dass die Sache des Weltfriedens sehr gefördert 
werden würde, wenn die Nationen der Welt eine offene Erklärung über die 
gegenwärtige und künftige Politik der Regierungen abgeben würden. 
Antwort: 

Ich habe dies, Herr Roosevelt, bisher in zahllosen öffentlichen Reden stets 
getan. Auch in der heutigen Sitzung des Deutschen Reichstages habe ich wieder 
- soweit dies in zwei Stunden denkbar ist - eine solche Erklärung abgegeben. 
Ich muss es aber ablehnen, eine solche Erklärung jemand anderem zu geben als 
dem Volk, für dessen Existenz und Leben ich verantwortlich bin und das 
umgekehrt allein das Recht hat, von mir Rechenschaft zu fordern. 
Ich gebe aber diese Zielsetzung der deutschen Politik so öffentlich, dass sie 
ohnehin die ganze Welt hören kann. Allein, diese Aufklärungen sind solange für 
die übrige Welt ohne Belang, als es einer Presse möglich ist, jede Erklärung zu 
verfälschen, zu verdächtigen, die in Frage zu stellen oder mit neuen lügenhaften 
Antworten zu überdecken. 



34 



16. Herr Roosevelt glaubt, dass die Vereinigten Staaten als eine der Nationen 
der westlichen Halbkugel nicht unmittelbar in die Streitigkeiten verwickelt 
seien, die in Europa entstanden sein sollen, und dass sich daher schon deshalb 
bereit sein müsste, ihm als dem Oberhaupt einer so weit von Europa entfernten 
Nation eine solche Erklärung der deutschen Politik abzugeben. 

Antwort: 

Herr Roosevelt glaubt also ernstlich, dass die Sache des Weltfriedens wirklich 

gefördert werden würde, wenn die Nationen der Welt eine offene Erklärung über 

die gegenwärtige Politik der Regierungen abgegeben werden könnte. 

Wie kommt aber Präsident Roosevelt dazu, gerade dem deutschen 

Staatsoberhaupt zuzumuten, ihm eine Erklärung abzugeben, ohne dass nicht 

auch die anderen Regierungen diese Erklärung ihrer Politik abzugeben 

eingeladen werden? 

Ich glaube freilich, dass es nicht angängig ist, überhaupt eine solche Erklärung 

irgendeinem fremden Staatsoberhaupt abzugeben, sondern solche Erklärungen 

sollten entsprechend den seinerzeitigen Forderungen des Präsidenten Wilson 

über die Abschaffung der Geheimdiplomatie am besten vor der ganzen Welt 

bekannt gegeben werden. Dazu war ich bisher nicht nur stets bereit, sondern das 

habe ich - wie schon erwähnt - nur zu oft getan. Leider sind gerade die 

wichtigsten Erklärungen über die Ziele und Absichten der deutschen Politik in 

vielen so genannten demokratischen Staaten dank der Presse entweder den 

Völkern vorenthalten oder verdreht worden. 

Wenn aber nun der amerikanische Präsident Roosevelt sich berufen glaubt, 

ausgerechnet an Deutschland oder an Italien eine solche Anforderung richten zu 

dürfen deshalb, weil Amerika so weit von Europa entfernt sei, dann würde, da 

die Entfernung Europas von Amerika die gleiche ist, mit demselben Recht auch 

von unserer Seite an den Herrn Präsidenten der amerikanischen Republik die 

Frage gerichtet werden können, welche Ziele denn die amerikanische 

Außenpolitik ihrerseits verfolge, und welche Absichten denn dieser Politik 

zugrunde liegen, sagen wir zum Beispiel den mittel- und südamerikanischen 

Staaten gegenüber. Herr Roosevelt wird sich in diesem Falle sicherlich auf die 

Monroe-Doktrin berufen und eine solche Forderung als eine Einmischung in die 

inneren Angelegenheiten des amerikanischen Kontinents ablehnen. 

Genau die gleiche Doktrin vertreten wir Deutsche nun für Europa, auf alle Fälle 

aber für den Bereich und die Belange des Großdeutschen Reiches. 

Im übrigen werde ich mir selbstverständlich nie erlauben, an den Herrn 

Präsidenten der Vereinigten Staaten Nordamerikas eine solche Aufforderung zu 

richten, da ich annehme, dass er eine solche Zumutung mit Recht 

wahrscheinlich als taktlos empfinden würde. 

17. Herr Roosevelt erklärt nun weiter, dass er die ihm gewordenen Mitteilungen 
über die politischen Ziele Deutschlands dann anderen sich bedroht fühlenden 
Völkern mitteilen würde, die jetzt Befürchtungen haben über die Richtung 
dieser unserer Politik. 



35 



Antwort: 

Durch welches Verfahren hat Herr Roosevelt überhaupt festgesteüt, welche 

Nationen sich durch die deutsche Politik bedroht fühlen und welche nicht? Oder 

ist Herr Roosevelt trotz der doch sicherlich auch auf ihm lastenden ungeheuren 

Arbeit in seinem Lande in der Lage, von sich aus alle diese inneren Seelen- und 

Geistesverfassungen anderer Völker und ihrer Regierungen zu kennen? 

18. Herr Roosevelt verlangt endlich die Bereitwilligkeit, ihm die Zusicherung zu 

geben, dass die deutschen Streitkräfte des Staatsgebiets oder die Besitzungen 

folgender unabhängiger Nationen nicht angreifen und vor allem nicht dort 

einmarschieren würden. Und er nennt als dafür in Frage kommend nun: 

Finnland, Lettland, Litauen, Norwegen, Schweden, Dänemark, Niederlande, 

Belgien, Großbritannien, Irland, Frankreich, Portugal, Spanien, die Schweiz, 

Liechtenstein, Luxemburg, Polen, Ungarn, Rumänien, Jugoslawien, Russland, 

Bulgarien, Türkei, Irak, Arabien, Syrien, Palästina, Ägypten und Iran. 

Antwort: 

Ich habe mir zunächst die Mühe genommen, bei den angeführten Staaten 

festzustellen, 

erstens, ob sie sich bedroht fühlen und 

zweitens, ob vor allem diese Anfrage Herrn Roosevelts an uns eine Anregung 

ihrerseits oder wenigstens mit ihrem Einverständnis erfolgt sei. 

Die Beantwortung war eine durchgehend negative, zum Teil schroff ablehnende. 

Allerdings konnte einigen der angeführten Staaten und Nationen diese 

Rückfrage von mir nicht zugeleitet werden, weil sie sich - wie zum Beispiel 

Syrien - zur Zeit nicht im Besitz ihrer Freiheit befinden, sondern von den 

militärischen Kräften demokratischer Staaten besetzt gehalten und damit 

rechtlos gemacht sind. 

Drittens: Abgesehen davon haben aber alle an Deutschland angrenzenden 

Staaten viel bündigere Zusicherungen und vor allem viel bündigere Vorschläge 

erhalten, als sie Herr Roosevelt in seinem eigenartigen Telegramm von mir 

erbittet. 

Viertens: Sollten aber diese von mir schon so oft gegebenen allgemeinen und 

direkten Erklärungen etwa in ihrem Wert angezweifelt werden, dann würde 

doch wohl die Abgabe einer weiteren solchen Erklärung, auch wenn Herr 

Roosevelt der Empfänger sein sollte, ebenso wertlos sein. Denn entscheidend ist 

letzten Endes ja nicht die Bewertung, die Herr Roosevelt an solchen 

Erklärungen vornimmt, sondern entscheidend ist der Wert, den die in Frage 

kommenden Staaten solchen Erklärungen beimessen. 

Fünftens: Ich muss aber nun Herrn Roosevelt außerdem noch auf einige 

historische Irrtümer aufmerksam machen. Er erwähnt zum Beispiel Irland und 

bittet um die Erklärung, dass Deutschland Irland nicht angreife. Ich habe nun 

soeben eine Rede des irischen Ministerpräsidenten de Valera gelesen, in der 

dieser nun eigentümlicherweise im Gegensatz zur Meinung Herrn Roosevelts 

nicht Deutschland beschuldigt, Irland zu unterdrücken, sondern England 



36 



vorwirft, dass Irland unter der fortwährenden Aggression dieses Staates zu 

leiden habe. 

Bei aller Einsicht Roosevelts in die Nöte und Sorgen anderer Staaten ist 

immerhin trotzdem anzunehmen, dass der irische Präsident die Gefahren, die 

sein Land bedrohen, doch wohl noch besser kennen wird als der Präsident der 

amerikanischen Union. 

Ebenfalls ist Herrn Roosevelt ersichtlich die Tatsache entgangen, dass Palästina 

zur Zeit ja gar nicht von deutschen Truppen, sondern von Engländern besetzt ist 

und mit brutalsten Gewaltmitteln in seiner Freiheit beschränkt und um seine 

Unabhängigkeit gebracht wird und zugunsten jüdischer Eindringlinge die 

grausamsten Misshandlungen erduldet. 

Die in diesem Lande lebenden Araber dürften sich gegenüber Roosevelt daher 

sicher nicht über eine deutsche Aggression beschwert haben, aber die beklagen 

sich in andauernden Appellen an die Weltöffentlichkeit über die barbarischen 

Methoden, mit denen England dort ein seine Freiheit liebendes und nur seine 

Freiheit verteidigendes Volk niederzuzwingen versucht. 

Auch dies wäre vielleicht ein Problem, das man nach der Auffassung des Herrn 

Roosevelt am Konferenztisch würde lösen müssen, vor einem gerechten Richter 

also, und nicht durch brachiale Gewalt, durch militärische Mittel, durch 

Massenerschießungen, durch das Niederbrennen von Dörfern, Sprengungen von 

Häusern usw. Denn eines steht doch unzweifelhaft fest, dass England in diesem 

Falle nicht in Abwehr eines drohenden arabischen Angriffs auf England handelt, 

sondern als von niemand gerufener Eindringling in einem England nicht 

gehörenden fremden Gebiet seine Gewalt aufrichten will. 

Es wären noch eine Reihe ähnlicher Irrtümer des Herrn Roosevelt festzustellen, 

ganz abgesehen von der Schwierigkeit militärischer Operationen Deutschlands 

in Staaten und Ländern, die zum Teil zwei-, zum Teil fünftausend und mehr 

Kilometer von uns entfernt sind. 

Ich will aber abschließend hier folgendes erklären: 

Die deutsche Regierung ist trotzdem bereit, jedem dieser genannten einzelnen 

Staaten, wenn er es wünschen sollte und sich selbst an Deutschland mit einem 

entsprechenden tragbaren Vorschlag wendet, um eine Zusicherung unter der 

Voraussetzung der unbedingten Gegenseitigkeit auch zu geben. 

Bei einer ganzen Reihe der von Roosevelt angeführten Staaten dürfte sich dies 

allerdings von vornherein erledigen, weil wir mit ihnen ohnehin sogar entweder 

verbündet oder zumindest engst befreundet sind. 

Auch über die Zeitdauer dieser Abmachungen ist Deutschland gerne bereit, mit 

jedem einzelnen Staat die von ihm gewünschten Vereinbarungen zu treffen. 

Ich möchte aber diese Gelegenheit doch nicht vorübergehen lassen, ohne dem 

Präsidenten der nordamerikanischen Union vor allem eine Versicherung über 

die Gebiete abzugeben, die doch wohl in erster Linie für seine Besorgnis in 

Frage kämen, nämlich die nordamerikanische Union selbst und die übrigen 

Staaten des amerikanischen Kontinents. 



37 



Und hier erkläre ich feieriich, dass alle irgendwie verbreiteten Behauptungen 

über einen beabsichtigten deutschen Angriff oder Eingriff auf oder in 

amerikanische Gebiete plumper Schwindel oder grobe Unwahrheit sind. Ganz 

abgesehen davon, dass solche Behauptungen übrigens auch vom militärischen 

Standpunkt aus nur einer albernen Phantasie entstammen können. 

19. Herr Roosevelt erklärt nun im Zusammenhang damit, dass er sich dann vor 

allem die Erörterung der wirksamsten und schnellsten Art und Weise, nach der 

die Völker der Welt von der erdrückenden Last der Rüstungen befreit werden 

könnten, als wichtigstes Moment vorstelle. 

Antwort: 

Herr Roosevelt weiß vielleicht nicht, dass dieses Problem, soweit es 

Deutschland betrifft, schon einmal vollständig gelöst war. Das Deutsche Reich 

hat, und die alliierten Kommissionen bestätigen dies ausdrücklich, schon im 

Jahre 1919 - 1923 restlos abgerüstet, und zwar in folgendem Umfang: 

Es wurden zerstört im Heer: 

1 . 59 000 Geschütze und Rohre; 

2. 130 000 Maschinengewehre; 
3.31 000 Minenwerfer und Rohre; 

4. 6 007 000 Gewehre und Karabiner; 

5.243 000MG.-Läufe; 

6. 28 000 Lafetten; 

7.4390MW.-Lafetten; 

8. 38 750 000 Geschosse; 

9.16 550 000 Hand- und Gewehrgranaten; 

10. 60 400 000 scharfe Zünder; 

11. 491 000 000 Schuss Handwaffenmunition; 

12. 335 000 t Geschoßhülsen; 
13.23515t Kartusch- und Patronenhülsen; 

14. 37 600 t Pulver; 

15. 79 000 Munitionsleeren; 

16. 212 000 Femsprecher; 

17. 1072 Flammenwerfer usw. 

Es wurden weiter zerstört: Schlitten, fahrbare Werkstätten, Flak- 
Geschützwagen, Protzen, Stahlhelme, Gasmasken, Maschinen der ehemaligen 
Kriegsindustrie, Gewehrläufe. 
Es wurden weiter zerstört in der Luft: 

1.15 714 Jagd- und Bombenflugzeuge; 

2. 27 757 Flugmotoren. 
Und zur See wurden zerstört: 

26 Großkampf schiffe; 

4 Küstenpanzer; 

4 Panzerkreuzer; 

1 9 kleine Kreuzer; 



38 



21 Schul- und Spezialschiffe; 

83 Torpedoboote; 

315 U-Boote. 
Ferner sind noch zerstört worden: Fahrzeuge aller Art, Gaskampf- und zum Teil 
Gasschutzmittel, Treib- und Sprengmittel, Scheinwerfer, Visiereinrichtungen, 
Entfernungs- und Schall-Messgeräte, optische Geräte aller Art, Pferdegeschirr 
usw. usw., alle Flugzeug- und Luftschiffhallen usw. 

Nach den Deutschland einst gegebenen feierlichen Versicherungen, die sogar im 
Friedensvertrag von Versailles ihre Erhärtung fanden, sollte dies nur eine 
Vorschussleistung sein, um der andern Welt es ohne Gefahr zu ermöglichen, 
nunmehr ebenfalls abzurüsten. Auch hierin ist Deutschland, wie in allen anderen 
Fällen, in seinem Vertrauen auf die Einlösung eines gegeben Wortes auf das 
schändlichste getäuscht worden. Alle Versuche, in langjährigen Verhandlungen 
am Konferenztisch die Abrüstung der anderen Staaten ebenfalls herbeizuführen 
- was wirklich nur ein Element der Klugheit und Gerechtigkeit und darüber 
hinaus auch die Durchführung versprochener Verpflichtungen gewesen wäre -, 
scheiterten bekanntlich. 

Ich selbst, Herr Roosevelt, habe eine ganze Reihe von praktischen Vorschlägen 
zur Diskussion gestellt und versuchte, darüber eine Erörterung einzuleiten, um 
wenigstens eine allgemeine Rüstungsbegrenzung auf niedrigstem Stand zu 
ermöglichen. 

Ich schlug eine Höchststärke für alle Armeen von 200 000 Mann vor, 
desgleichen die Abschaffung aller zum Angriff geeigneten Waffen, Abschaffung 
der Bombenflugzeuge, des Giftgaskrieges usw. usw. 

Es war aber leider nicht möglich, diese Vorschläge einer übrigen Welt 
gegenüber durchzusetzen, obwohl Deutschland selbst schon vollständig 
abgerüstet war. 

Ich stellte dann die Vorschläge über ein 300 000-Mann-Heer zur Diskussion. 
Mit dem gleichen negativen Resultat. Ich habe dann eine ganze Anzahl 
detaillierter Abrüstungsvorschläge gemacht, und zwar stets vor dem Forum des 
Deutschen Reichstags und damit vor der ganzen Weltöffentlichkeit. 
Es fiel niemandem ein, darüber auch nur in eine Erörterung einzutreten. Dafür 
aber begann die übrige Welt, ihre an sich schon vorhandenen enormen 
Rüstungen noch mehr zu verstärken. 

Und erst, als im Jahre 1934 der letzte meiner umfassenden deutschen 
Vorschläge, der ein 300 000-Mann-Heer betraf, endgültig abgelehnt worden 
war, gab ich den Befehl zu einer deutschen, nunmehr allerdings gründlichen 
Wiederaufrüstung . 

Trotzdem möchte ich kein Hindernis sein für die Erörterung von 
Abrüstungsfragen, an denen Sie, Herr Roosevelt, selbst teilzunehmen 
beabsichtigen. Nur bitte ich, sich zunächst nicht an mich und Deutschland, 
sondern an die anderen zu wenden. Ich sehe hinter mir die Summe praktischer 



39 



Erfahrungen und bin daher so lange skeptisch veranlagt, als ich nicht durch die 
Wirklichkeit eines Besseren belehrt werde. 

20. Herr Roosevelt versichert endlich, dass er bereit sei, an der praktischen Art 
und Weise der Erschließung internationaler Handelswege teilzunehmen mit dem 
Ziel, dass jede Nation der Erde in den Stand gesetzt wird, mit dem gleichen 
Recht auf dem Weltmarkt zu kaufen und zu verkaufen und die Sicherheit zu 
haben, Rohstoffe und Erzeugnisse des friedlichen Wirtschaftslebens zu erlangen. 
Antwort: 

Ich glaube, Herr Roosevelt, dass es sich nicht darum handelt, solche Probleme 
theoretisch zu erörtern, sondern dass es sich zunächst darum handelt, durch 
Taten die wirklichen Hemmungen der internationalen Wirtschaft zu beseitigen. 
Die schlimmsten Hemmungen liegen aber innerhalb der einzelnen Staaten 
selbst. Die bisherige Erfahrung zeigt jedenfalls, dass die größten 
Wirtschaftskonferenzen einfach darum gescheitert sind, dass die einzelnen 
Staaten ihre Binnenwirtschaft nicht in Ordnung halten konnten. Oder dass sie 
durch Wähmngsmanipulationen die Unsicherheit in den internationalen 
Kapitalmarkt trugen, und vor allem die Bewertung der Währungen 
untereinander fortgesetzten Schwankungen unterwarfen. Ebenso ist es eine 
unerträgliche Belastung wirtschaftlicher Beziehungen, wenn es in Ländern 
möglich ist, aus irgendwelchen ideologischen Gründen über andere Völker und 
ihre Waren eine wilde Boykotthetze loszulassen und diese damit praktisch vom 
Markte auszuschließen. Ich glaube, Herr Roosevelt, dass es ein großes Verdienst 
sein würde, wenn Sie zunächst in der amerikanischen Union gerade diese 
Hemmungen eines wirklichen Wirtschaftsverkehrs mit Ihrem starken Einfluss 
beseitigen würden. 

Denn ich glaube nun einmal, dass, wenn es den Führen der Völker schon nicht 
einmal möglich sein sollte, die Produktionen innerhalb ihrer eigenen Staaten in 
Ordnung zu bringen oder die aus ideologischen Gründen betriebenen 
Boykotthetzen, die dem Wirtschaftsverkehr untereinander so sehr zu schaden 
vermögen, zu beseitigen, noch viel weniger Aussicht bestehen könnte, durch 
internationale Vereinbarungen etwas wirklich Fruchtbares zur Verbesserung der 
wirtschaftlichen Beziehungen zu leisten. Nur so wird das gleiche Recht, auf dem 
Weltmarkt zu kaufen und zu verkaufen, sichergestellt, und zwar für alle. 
Im übrigen hat hier das deutsche Volk sehr konkrete Forderungen aufgestellt, 
und es würde mich freuen, wenn Sie, Herr Präsident, als einer der Nachfolger 
des einstigen Präsidenten Wilson dafür eintreten wollten, dass nunmehr das 
Wort eingelöst wird, auf Grund dessen Deutschland einst seine Waffen 
niederlegte und sich in die Hand der so genannten Sieger begab. Ich denke dabei 
zunächst weniger an die Deutschland abgepressten zahllosen Milliarden an so 
genannten Reparationen, als vielmehr an die Rückgabe der Deutschland 
geraubten Gebiete. 

Denn das deutsche Volk hat in Europa und außerhalb Europas rund 3 Millionen 
Quadratkilometer Land verloren. Dabei ist das ganze deutsche koloniale Reich, 



40 



zum Unterschied von den Kolonien anderer Nationen, nicht durch Kriege 
erworben worden, sondern durch Verträge oder durch Kauf. Präsident Wilson 
hat uns in feierlicher Weise sein Wort verpfändet, dass der deutsche koloniale 
Anspruch, genau so wie jeder andere, der gleichen gerechten Prüfung unterliege. 
Stattdessen aber wurde den Nationen, die an sich schon die größten 
Kolonialreiche aller Zeiten besitzen, auch der deutsche Besitz noch 
zugeschlagen und unser Volk eine, besonders heute und in der Zukunft wirksam 
werdenden großen Sorge ausgeliefert. 

Es würde eine edle Tat sein, wenn der Präsident Franklin Roosevelt das Wort 
des Präsidenten Woodrow Wilson zur Erlösung bringen würde. Dies würde vor 
allem ein praktischer Beitrag zur moralischen Konsolidierung der Welt und 
damit zur Hebung ihrer Wirtschaft sein. 

21. Herr Roosevelt erklärt dann abschließend, dass die Chefs aller großen 
Regierungen in diesem Zeitpunkt für das Geschick der Menschheit 
verantwortlich seien. Sie müssten die Bitten ihrer Völker hören, um sie vor dem 
vorauszusehenden Chaos des Krieges zu schützen. Und dafür trüge auch ich eine 
Verantwortung. 

Herr Präsident Roosevelt! Ich verstehe ohne weiteres, dass es die Größe Ihres 
Reiches und der immense Reichtum Ihres Landes Ihnen erlauben, sich für die 
Geschicke der ganzen Welt und für die Geschicke aller Völker verantwortlich zu 
fühlen. Ich, Herr Präsident Roosevelt, bin in einen viel bescheideneren und 
kleineren Rahmen gestellt. Sie haben 135 Millionen Menschen auf 9 /^ 
Millionen Quadratkilometern. Sie haben ein Land mit ungeheurem Reichtum, 
allen Bodenschätzen, fruchtbar genug, um mehr als eine halbe Milliarde 
Menschen zu ernähren und mit allem Notwendigen zu versorgen. 
Ich übernahm einst einen Staat, der dank seines Vertrauens auf die 
Zusicherungen einer anderen Welt sowie durch das schlechte Regime eigener 
demokratischer Staatsführung vor dem vollkommenen Ruin stand. In diesem 
Staat leben nicht wie in Amerika 15, sondern rund 140 Menschen auf dem 
Quadratkilometer. Die Fruchtbarkeit unseres Landes ist nicht zu vergleichen mit 
der Fruchtbarkeit des Ihren. Zahllose Bodenschätze, die Ihnen in unbegrenzten 
Mengen die Natur zur Verfügung stellt, fehlen uns. 

Die Milliarden deutscher Ersparnisse aus langen Friedensjahren in Gold und 
Devisen wurden uns abgepresst und weggenommen. Unsere Kolonien haben wir 
verloren. Im Jahre 1933 hatte ich in meinem Lande sieben Millionen 
Erwerbslose, einige Millionen Kurzarbeiter, Millionen verelendende Bauern, ein 
vernichtetes Gewerbe, einen ruinierten Handel, kurz: ein allgemeines Chaos. 
Ich habe seit dieser Zeit nun, Herr Präsident Roosevelt, nur eine einzige 
Aufgabe erledigen können. Ich kann mich nicht für das Schicksal einer Welt 
verantwortlich fühlen, denn diese Welt hat am jammervollen Schicksal meines 
eigenen Volkes auch keinen Anteil genommen. Ich habe mich als von der 
Vorsehung berufen angesehen, nur meinem eigenen Volk zu dienen und es aus 
seiner furchtbaren Not zu erlösen. Ich habe daher in diesen nunmehr 



41 



zurückliegenden 6 V2 Jahren Tag und Nacht stets nur dem einen Gedanken 
gelebt, die eigenen Kräfte meines Volkes angesichts des Verlassenseins von der 
ganzen anderen Welt zu erwecken, auf das äußerste zu steigern und sie für die 
Rettung unserer Gemeinschaft einzusetzen. 

Ich habe das Chaos in Deutschland überwunden, die Ordnung wiederhergestellt, 
die Produktionen auf allen Gebieten unserer nationalen Wirtschaft ungeheuer 
gehoben, durch äußerste Anstrengungen für die zahlreichen uns fehlenden Stoffe 
Ersatz geschaffen, neuen Erfindungen die Wege geebnet, das Verkehrsleben 
entwickelt, gewaltige Straßen in Bau gegeben. Ich habe Kanäle graben lassen, 
riesenhafte neue Fabriken ins Leben gerufen und mich dabei bemüht, auch den 
Zwecken der sozialen Gemeinschaftsentwicklung, der Bildung und der Kultur 
meines Volkes zu dienen. 

Es ist mir gelungen, die uns alle so zu Herzen gehenden 7 Millionen 
Erwerbslosen restlos wieder in nützliche Produktionen einzubauen, den 
deutschen Bauer trotz aller Schwierigkeiten auf seiner Scholle zu halten und 
diese selbst ihm zu retten, den deutschen Handel wieder zur Blüte zu bringen 
und den Verkehr auf das gewaltigste zu fördern. 

Um den Bedrohungen durch eine andere Welt vorzubeugen, habe ich das 
deutsche Volk nicht nur politisch geeint, sondern auch militärisch aufgerüstet, 
und ich habe weiter versucht, jenen Vertrag Blatt um Blatt zu beseitigen, der in 
seinen 448 Artikeln die gemeinste Vergewaltigung enthält, die jemals Völkern 
und Menschen zugemutet worden ist. 

Ich habe die uns 1919 geraubten Provinzen dem Reich wieder zurückgegeben, 
ich habe Millionen von uns weggerissener, tiefunglücklicher Deutscher wieder 
in die Heimat geführt, ich habe die tausendjährige historische Einheit des 
deutschen Lebensraumes wiederhergestellt, und ich habe, Herr Präsident, mich 
bemüht, dieses alles zu tun, ohne Blut zu vergießen und ohne mein Volk oder 
anderen daher das Leid des Krieges zuzufügen. 

Ich habe dies, Herr Präsident, als ein noch vor 21 Jahren unbekannter Arbeiter 
und Soldat meines Volkes, aus meine eigenen Kraft geschaffen und kann daher 
vor der Geschichte es in Anspruch nehmen, zu jenen Menschen gerechnet zu 
werden, die das Höchste leisteten, was von einem einzelnen billiger- und 
gerechterweise verlangt werden kann. 

Sie, Herr Präsident, haben es demgegenüber unendlich leichter. Sie sind, als ich 
1933 Reichskanzler wurde, Präsident der amerikanischen Union geworden, Sie 
sind damit im ersten Augenblick an der Spitze eines der größten und reichsten 
Staaten der Welt getreten. 

Sie haben das Glück, kaum 15 Menschen auf den Quadratkilometer Ihres 
Landes ernähren zu müssen. Ihnen stehen die unendlichsten Bodenreichtümer 
der Welt zur Verfügung. Sie können durch die Weite ihres Raumes und die 
Fruchtbarkeit ihrer Felder jedem einzelnen Amerikaner das Zehnfache an 
Lebensgütem sichern, als es in Deutschland möglich ist. Die Natur hat Ihnen 
dies jedenfalls gestattet. Obwohl die Zahl der Einwohner Ihres Landes kaum ein 



42 



Drittel größer ist als die Zahl der Bewohner Großdeutschlands, steht Ihnen mehr 

als 15mal so viel Lebensfläche zu Verfügung. 

Sie können daher Zeit und Muße finden, bestimmt durch die Größe Ihre ganzen 

Verhältnisse, sich mit universalen Problemen zu beschäftigen. Für Sie ist daher 

sicherlich auch deshalb die Welt so klein, dass Sie glauben mögen, überall mit 

Nutzen eingreifen und wirken zu können. 

In diesem Sinne können daher Ihre Besorgnisse und Anregungen einen viel 

größeren und weiteren Raum umspannen als die meinen. Denn meine Welt, Herr 

Präsident Roosevelt, ist die, in die mich die Vorsehung gesetzt hat, und für die 

ich daher zu arbeiten verpflichtet bin. Sie ist räumlich viel enger. Sie umfasst 

nur mein Volk. Allein ich glaube, dadurch noch am ehesten dem zu nützen, was 

uns allen am Herzen liegt: 

der Gerechtigkeit, der Wohlfahrt, dem Fortschritt und dem Frieden der ganzen 

menschlichen Gemeinschaft! 



43 



Nationalsozialistische Standardwerke 

Alfred Ingemar Bemdt. Meilensteine des Dritten Reiches, Erlebnisschildemng 

großer Tage / Leinen RM. 3,60 

Herbert Erb und Hans Henning Freiherr Grote: Konstantin Hierl / Der Mann und 

sein Werk, Leinen RM. 4,- 

Dr. Joseph Goebbels / Der Angriff, Über 140 Aufsätze aus der Kampfzeit / 

Leinen RM. 4,50 

Dr. Joseph Goebbels / Wetterleuchten, "Der Angriff, Band II / Leinen RM. 4,50 

Dr. Joseph Goebbels: Vom Kaiserhof zur Reichskanzlei, Eine historische 

Darstellung in Tagebuchblättern / Leinen RM. 4,50, Kartoniert RM. 2,40 

Dr. Joseph Goebbels / Signale der neuen Zeit, Ein Sammelwerk ausgewählter 

Reden / Leinen RM. 4,50 

Eugen Hadamovsky: Weltgeschichte im Sturmschritt, Leinen RM. 4,50 

Hermann Göring / Reden und Aufsätze, Herausgegeben von Erich Gritzbach / 

Leinen RM. 6,50 

Erich Gritzbach: Hermann Göring - Werk und Mensch, Aus nächster 

persönlicher Schau miterlebt und aufgezeichnet, Leinen RM. 6,50 

Rudolf Heß / Reden, Ausgewählte Reden des Stellvertreters des Führers, Leinen 

RM. 4,50 

Josef H. Krumbach / Franz Ritter von Epp, Ein Leben für Deutschland / Leinen 

RM. 4,80 

Dr. Robert Ley, Durchbruch der sozialen Lehre, Werden und Sinn der 

Deutschen Arbeitsfront / Leinen RM. 3,- 

Dr. Robert Ley, Deutschland ist schöner geworden. Die Befriedigung des 

deutschen Arbeiters / Leinen RM. 3,- 

Dr. Robert Ley, Soldaten der Arbeit, Reden des Reichsorganisationsleiters / 

Leinen RM. 3,- 

Kameraden erzählen von Dr. Ley, Mann an der Fahne, Aufgezeichnet von 

Walter Kiehl / Leinen RM. 4,80 

Alfred Rosenberg, Gestaltung der Idee, "Blut und Ehre", 2. Teil / Leinen RM. 

4,50 

Alfred Rosenberg, Kampf um die Macht, "Blut und Ehre", 3. Teil, / Leinen RM. 

6,- 

Alfred Rosenberg, Der Mythos des 20. Jahrhunderts, Eine Wertung der seelisch- 
geistigen Gestaltenkämpfe unserer Zeit / Leinen RM. 6,- 

Baldur von Schirach, Revolution der Erziehung, Reden aus den Jahren des 
Aufbaues / Leinen RM. 3,60 

Helmut Sündermann / Die Grenzen fallen. Von der Ostmark zum Sudetenland / 
Leinen RM. 3,50 

Durch alle Buchhandlungen zu beziehen. 



44